Multiperiod

Bezeichnung für Darsteller, die „mehrere Zeiten“ machen, also z. B. Frühmittelalter – Hochmittelalter – Römer – Hallstattzeitkelten – 18. Jahrhundert.
Oder für Veranstaltungen, auf denen mehr als eine „Zeit“ dargestellt wird.

Eine ähnlich griffige Bezeichnung für Menschen, die mehrere verschiedene Darstellungen für ein und die selbe Epoche machen (wie ich z. B. Skandinavierin und Westslawin), gibt es anscheinend nicht.

Leute, die Wert auf vollständige Ausrüstung legen, haben bei Multiperiod ziemlich viel zu tun, wenn für jede Epoche nicht nur die komplette Klamotte, sondern z. B. auch Essgeschirr und dergleichen vorhanden sein soll.

Warum Multiperiod?
Positiv formuliert: weil verschiedene Epochen ihren jeweils ganz eigenen Reiz haben;
Negativ formuliert: weil man bei jeder coolen Party dabei sein will….

*grübel*

6 Gedanken zu „Multiperiod“

  1. So ein „Zeitensprung“ erweitert den Horzont. Ist doch gut, wenn man mal über den Tellerrand guckt. So einiges wird deutlicher, wenn man sieht, was und wie es davor, danach oder bei „Nachbars“ gemacht wurde.

    Und es hilft bei Frustphasen, wenn man kurz davor ist, den Kram hinzuschmeissen. Anderes Thema, neue Recherche und schon ist es wieder spannend und aufregend. 😎

    Ich habe meine Zweitdarstellung angefangen, als ich mit der Wikingerdarstellung auf der Stelle trat. Da mir die Recherche am meisten Spaß am Hobby macht, habe ich mich dann geradezu mit Feuereifer auf ein neues „Rätsel“ gestürzt.

    Wenn es mir darum ginge, keine „coole Party“ zu verpassen, dann wäre ich sicher schneller „fertig“. Ich lasse mir bekanntlich aber immer viel Zeit mit der Recherche. Mit meiner Zweitdarstellung bin ich grad mal auf einer VA im Jahr und die dritte Darstellung liegt bisher nur in der Schublade… da verpasse ich wohl sehr viele coole Parties. 😉

  2. Für mich ist Multiperiod ein Event – nicht ein re-enactor. Und ob man Zeit und Energie und Geld für mehr als eine ‚Zeit‘ hat, ist halt eine persönliche Wahl.

    Events klassifizieren ist ein Ding, aber wollen wir uns als Personen selber wirklich in solche Schubladen stecken? Ist ein multi-period re-enactor mehr oder weniger als ein single-period re-enactor?

    Braucht es einen Begriff, wenn Du Dich auf einem Frühmittelaltermarkt Samstag als Skandinavierin und Sonntag als Westslawin wohler fühlst?

    Viele, die ich in den letzten 13 Jahren kennengelernt habe, haben das frühe Mittelalter ‚erweitert‘. Naja, die meisten waren einfach gelangweilt, oder erwarteten, in einer neuen Zeit wieder ‚Avantgarde‘ zu sein, oder schickere Kostüme tragen zu können.
    Andere, wenige, haben sich mit _einem_ Handwerk über die Zeitalter hinweg befasst, wie Fischen oder Schmieden oder Kochen.

    Wer die Zeit hat, warum nicht? Wer den Nachdruck auf Forschen legt, und meint, es gibt nix Neues mehr in seiner Zeit, warum nicht?

    Ich verbringe seit mehr als 12 Jahren mehrere Wochen im Jahr in einem Freilichtmuseum, und für mich ist es die Arbeit mit den Besuchern, die mich bei noch immer der gleichen Zeit hält. Neue Fragen, neue Erkenntnisse, neue Techniken – und immer neue Besucher und immer neues Interesse.

    Lunula – zu positiv: andere Epochen haben ihren eigenen Reiz, und wenn man dann auch noch nette neue Leute kennenlernt, mit denen man coole Parties haben kann, warum nicht?

    Apropos Party: sehen wir uns im Januar im Archeon?

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