Dengeln

Ich muss mal wieder was fü die Rubrik ReEnActress-Lexikon tun.

Also:
„Dengeln“ bezeichnet ursprünglich eine Methode, mit der man die Klingen von Sensen oder Sicheln schärft, indem man auf ihnen rumhämmert. Siehe z. B. hier.

Deutschsprachige Reenactors bezeichnen damit aber auch das Kämpfen auf Mittelalter-Veranstaltungen, und zwar wird der Begriff, das ist das Lustige dran, sowohl liebevoll also auch verächtlich gebraucht (Beispiel für Letzteres: „Das ist doch nur Rumgedengel“).

Die bei Veranstaltungen aller Art gezeigten Kämpfe sind ein nie versiegender Quell heftiger Diskussionen in der Szene. Gründe dafür gibt es einige:

  • Erstens ist Kampf, Schlacht, Eroberung und Plünderung fester Bestandteil des landläufigen Mittelalterbildes, gerade auch wens um Wikinger geht. Das ist ja auch nicht falsch, aber daraus wird zumeist geschlossen, dass jede einschlägige Veranstaltung auch eine Kampfvorführung beinhalten MUSS.
  • Zweitens sind seeehr viele männliche Reenactors über das Kämpfen zum Hobby gekommen und für sie ist es ein wesentliches Element ihres Hobbys.
  • Drittens ist eine wirklich realistische Vorführung eines mittelalterlichen Kampfes kaum möglich, da man die Teilnehmer ja nicht „in echt“ töten sollte.
  • Daraus ergibt sich aber viertens, dass die meisten Kampfhandlungen irgendwie ziemlich seltsam aussehen. Am seltsamsten sieht es übrigens aus, wenn „Tote“ den weiteren Verlauf einer Schlacht gemütlich auf den Ellboten gestützt verfolgen…
  • Und fünftens ergibt daher natürlich auch die Ausrüstung kein realistisches Bild, weil z. B. aus Sicherheitsgründen auch das gemeine Fußvolk mit luxuriösem Hand-, Arm- und Körperschutz ficht.

3 Gedanken zu „Dengeln“

  1. Das kann dann auch vorkommen … …so geschehen auf dem Markt in Bernkastel 2005. Da trafen Wikinger und Homis aufeinander in einem „Gedengel“. Einer der Wikinger trifft einen Plattenträger mehrmals. Als dann der Wiki sich Beschwert und mal leise nachfragt, warum der Gegner nicht Tod spielen mag klopft der sich auf die Brust mit den Worten „Platte, da muß schon mehr kommen…“ (und das deutlich hörbar vor Publikum)

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