Jetzt spinnt Lunula aber!

So kommt das eine zum andern: Irgendwann kommt die nadelbindende Reenactress zu der Erkenntnis, dass die Wolle, die fertig versponnen zu kaufen ist, oft nicht ihren Bedürfnissen entspricht – und da tut sich die Notwendigkeit auf, auch mal eine Handspindel anzufassen und das Spinnen zu lernen.

Eine hübsche Handspindel hatte ich ja schon auf dem Markt in Chorin erworben. Sie sieht so aus:

Hier ist ein Bild von dem Stand in Chorin, wo es sie zu kaufen gab – und die Verkäuferin wendet sie gerade an:

Die Spindel ließ sich auf dem Markt ganz leicht bedienen – leider taten sich dann zu Hause Probleme auf. Zum Glück wurde mein Hilferuf erhört, und auf dem Nadelbindertreffen gab es nicht nur Unterstützung, nein, andere Nadelbinderinnen hatten ähnliche Bedürfnisse, und so wurden eifrig Spindeln gebaut und Spinnen gezeigt und geübt.
Hier ist meine allererste selbstgebastelte Spindel *stolzbin*. Sie ist ganz aus Holz, der Wirtel ist aus einem Kezenhalter-Rohling:

Ja, und die folgende Spindel wurde auch in Homberg gebaut, ist auch prima zum Spinnen geeignet (gute Rotationseigenschaften!), aber auf Mittelaltermärkten vielleicht doch nicht zu gebrauchen:

Laut meinen Informantinnen sind kopflastige Spinden (top whorl) wie die in Chorin erworbene auch nicht ganz „a“, zumindest gibt es für Mittel- und Nordeuropa nur Nachweise von Tiefspindeln (bottom whorl).

Ganz lieben Dank an Frau Spinntantchen und Frau Ignorat, denen ich dieses Wissen und meine neuen Spindeln (und noch mehr, davon später) zu verdanken habe!

Nachtrag: Aufmerksame Beobachter sehen, dass das gesponnene Garn seehr unregelmäßig ist – bei Frau Flinkhand heißt so was „schwangere Regenwürmer“ – aber mir wurde glaubhaft versichert, nach dem ersten Kilo Wolle würde es besser. Na dann mal ran.

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