Teil 3 der Nadelbindestory

Filzen für Ferzweifelte

Hatte ich eigentlich schon erzählt, wie von Hand gefilzt wird? Nein? Also, da ist eine liebe Freundin von mir, die macht Filz-Workshops, und die hat es mit beigebracht. Das Wollteil wird mit heißem Seifenwasser (Neutralseife) traktiert und dann stundenlang geschrubbelt, zum Beispiel über den Rippen einer Spüle. Mit dieser Methode habe ich den Kaffeewärmer produziert.

Nachdem sich jene liebe Freundin mein Wehklagen anhörte, bot sie mir Hilfe an, und wir standen und filzten einen Abend lang wieder auf dem erwähnten Kaffeewärmer rum. Ergebnis: Bisschen filziger, aber nicht kleiner oder formschöner geworden.

Besagte hilfsbereite Dame (die normalerweise nur mit ungesponnener Wolle filzt, was offenbar viel einfacher ist, vor allem beim In-Form-Bringen) kam darob zu der Überzeugung, dass die benutzte gelbe Wolle wohl kaum filzen oder einlaufen wolle, und riet mir, es doch mal mit Filzen in der Waschmaschine zu versuchen.

Dies tat ich gestern abend (60° Kurzprogramm Vollwaschgang mit Feinwaschmittel). Und siehe da: Die obige Arbeitshypothese ist eindeutig widerlegt. Alle von mir verwendeten Wollsorten KÖNNEN nicht nur filzen und einlaufen, sie TATEN es auch. Und zwar gründlich.

Hier ein Bild von der mitgewaschenen gelben Mütze, die endlich passen sollte (nur ganz leicht größer als Borres Kopf). Zum Vergleich der legendäre Kaffeewärmer (der durfte nicht mitmachen) daneben:

Hier sieht man alle drei mitgewaschenen Mützen. Immerhin führt die Prozedur tatsächlich zu Formbeständigkeit und deutlich verbesserter Dreidimensionalität.

Borre und ich haben ziemlich große Köpfe. Vielleicht findet sich ja noch jemand, dem sie passen. Aber für Borres Geburtstagsgeschenk muss ne alte Frau wie ich wohl ncoh lange nadelbinden.

Moral: Verschenke keine Versprechen, handgearbeitete Dinge zu liefern, solange du die Technik noch nicht beherrschst!