Introducing the Poi Project

Als ReEnActress stoße ich ab & zu auch auf Dinge, die mit dem Reenacten an sich nichts zu tun haben, aber auch ganz spannend sind. So traf ich in Groß Pinnow eine nette Frau wieder, die ich schon in Belzig kennengelernt habe. Sie ist eher der Fraktion Homi bis Gromi zuzurechnen, bei denen sich auch das Aufführen von Gauklerei, insbesondere Jonglage, großer Beliebtheit erfreut (für das Frühmittelalter ist so etwas wie herumziehende Gaukler oder Hofnarren meines Wissens nicht verbürgt). Die Gaukelei ist fester Bestandteil des Unterhaltungsprogramms bei Mittelalterfesten.
Besagte nette Frau übte mit Pois und führte eine Feuerpoi-Performance vor, übrigens nicht als Einzige: Feuerpoi scheint ein sehr beliebtes Element besagter Unterhaltungsprogramme zu sein.

So, und was ist nun ein Poi?

Alles Wissenswerte über das Poi kann man hier erfahren (an dieser Stelle möchte ich bemerken, dass ich diese Website sehr gut gestaltet finde, kein zeitfressender Firlefanz und tolle Bilder). Ein Poi besteht aus einer Griffschlaufe, daran einer Kette oder einem Seil von 50-120 cm Länge (je nach Größe des Spielers) und am anderen Ende einem Gewicht (z. B. gefüllter Stoffbeutel, beliebt sind auch Tennisbälle), daran können zur Verschönerung der Optik z. B. bunte Stoffstreifen hängen oder Dinge, die im Dunkeln leuchten oder mit brennbarer Flüssigkeit getränkte Lappen, die dann angezündet werden. Man nimmt ein Poi in jede Hand und schwingt die beiden Pois in (hoffentlich) kunstvollen Figuren herum, dabei sollten die Enden nicht aneinander oder am Körper hängen bleiben (besonders wichtig bei Feuerpois).
Traditionell kommt das Poi von den Maoris aus Neuseeland, ist strenggenommen also auch bei hoch- und spätmittelalterlichen Gauklervorführungen nicht authentisch. Aber was solls, sieht echt gut aus. Ich hab auch nicht vor, auf Mittelalterfesten damit aufzutreten.

Aber Lunula, willst du dich jetzt abfackeln?

Nö, mit Feuer will ich erst mal nix zu tun haben. Aber nachdem mich die nette Frau auf dem Markt mal mit ihren Pois rumprobieren ließ, habe ich festgestellt:

  • Prima für mein chronisch verspanntes Genick, gibt eventuell auf lange Sicht auch Muckis in den Armen,
  • ist die einzige Version von Jonglieren, die ich blindes Huhn vermutlich zu meistern in der Lage bin (was man festhält, kann nicht runterfallen),
  • üben ist machbar, da ich direkt an einem Park wohne.

Hier beginnt also das Poi Projekt, welches folgende Stufen beinhalten wird:

  • Beschaffen oder Selberbasteln eines Paares Poi,
  • Üben im Park,
  • eventuell Teilnahme an einem entsprechenden Kurs, vor allem, wenn ich bei Stufe 2 nicht weiterkomme.

Bericht von Fortschritten demnächst hier.

5 Gedanken zu „Introducing the Poi Project“

    1. Wider die GPS-Hegemonie Nö, ich sammele keine POIs, und ich finde das soo gemein (schnüffschluchz). Wo doch schon die Suchmaschine bei der Suche nach dem Begriff „Poi“ immer nur dieses GPS-Zeug zutage fördert, so dass man vor lauter Points Of Interest die interessanten Punkte über die EINZIG WAHREN Pois nicht findet…
      Vielleicht sollte ich mal bei gugel.de suchen, da gibts bestimmt mehr Mittelalter….
      Geknickt,
      Lunula.

    1. Poi-Performance hallo railee,
      meines Wissens ist Satzvey (fürs Publikum, anders natürlich für die dort kampierenden Darsteller) ein reines Tag-Event, ich glaube bis 18 Uhr oder so. Feuer-Jonglieren macht aber am meisten Sinn, wenns schon dunkel ist. Deshalb kein Wunder, dass Du nix gesehen hast. Vielleicht beim nächsten MA-Markt.

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