Wer A sagt, muss auch ’nen Kreis drumrum machen

An diesen alten Spruch fühlte ich mich wieder erinnert, als ich in den letzten Tagen über das „A“ sein an sich nachdachte (und das hat jetzt gar nichts mit dem Auto-Kennzeichen meiner reizenden österreichischen Blog-Gastgeber zu tun… hallo Leute von twoday!).
Zu meinen Hochschulzeiten trieb ich mich unter anderem unter Leuten rum, die Anarchismus als Lifestyle und Überzeugung betrieben – und wirklich um jedes A einen Kreis rum machten, zum Zeichen ihrer verschworenen Hingabe an die heilige anarchistische Sache. Jederzeit bereit, unverzüglich mit der Revolution gegen alle mächtigen Fieslinge dieser Welt, insbesondere „den Staat“ oder „die HERRschenden“ zu beginnen. Leider auch jederzeit bereit, die so zu Recht als Quelle allen Übels verdammte Macht direkt oder strukturell gegen jene auszuüben, die in der aktuellen Debatte gerade auf der anderen Seite standen.
Beliebtes Spiel zum Beispiel im Uni-AStA. (Aber, Leute, diese Zeit hat mich echt mehr über das Wirkliche Leben lernen lassen als das ganze Studium zusammen…)

Hoppla, jetzt bin ich aber abgeschweift. Eigentlich wollte ich hier etwas ganz anderes beginnen, nämlich

Lunulas absolut fantastisches Reenactress-Lexikon!

Und das beginnt bei

A:
Abkürzung für „Authentisch“. Zentraler Begriff der Reenactment-Szene. Beschreibt insbesondere Kleidungsstücke, Werkzeuge und andere Ausrüstungsgegenstände, seltener Tätigkeiten und Ernährung, die in der dargestellten Epoche tatsächlich getragen oder genutzt oder gegessen wurden, und zwar sowohl Materialien als auch Form, Farbe, Design und Herstellungstechnik.
Oberstes Ziel von Reenactor und Reenactress (neben dem natürlich gaaaar nicht wichtigen Ziel, total cool auszusehen und alle unheimlich zu beeindrucken) ist es, „a“ zu sein. Dies ist ein ziemlich schwieriges und anstrengendes Unterfangen, da die Neuzeit und vor allem das 20. Jahrhundert doch ziemlich viele Dinge eingeführt hat, die jedeR ständig mit sich rumträgt, auf die zu verzichten auch ganz schön hart sein kann, die aber ganz und gar nicht „a“ sind. Handys und Armbanduhren zum Beispiel.
Auf die Technik zu verzichten ist dabei noch nicht so schlimm, es wird aber komplizierter, weil auch der Verzicht auf z. B. folgende Dinge geübt werden muss:

  • Kleidung aus Baumwolle (Kunstfaser natürlich sowieso!),
  • Gerätschaften aus rostfreiem Edelstahl (Kunststoff sowieso),
  • Schuhe mit Sohlen aus Gummi, Kunststoff, mit Profil etc.,
  • Zigaretten, Kartoffeln, Tomaten, Mais und anderes Neuweltgemüse.

„Verzicht üben“ ist hierbei ein sehr treffender Ausdruck, denn es wird (hoffentlich) irgendwann einfacher. Jedenfalls ist das Ganze kein reiner Selbstzweck, sondern macht bei möglichst guter Annäherung an das hohe Ziel auch richtig Spaß.
Die Liste der auf dem Index befindlichen Gegenstände ließe sich noch lange fortführen und wird von mir im Rahmen dieses Lexikons mit Sicherheit auch noch fortgeführt.

4 Gedanken zu „Wer A sagt, muss auch ’nen Kreis drumrum machen“

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