Gross-Raden Ostern 2006

Ostern haben wir im Freilichtmuseum Gross-Raden gelagert. Das Museum ist die Rekonstruktion eines altslawischen Telmpelorts des 9. und 10. Jahrhunderts, wobei beide Bauphasen in den Wiederaufbau eingeflossen sind. Der Ort liegt still an einem kleinen See und hat eine wunderschöne Atmosphäre.

Neben Palisaden und Tor,

verschiedene Wohngebäuden,

und dem Tempel

wurde auch die runde Fluchtburg rekonstruiert:

Es war unsere erste „Museumsveranstaltung“ und wir haben uns tapfer geschlagen. Natürlich haben wir auch einige Anregungen zur weiteren Verbesserung unserer Ausrüstung mitgenommen – aber das ist ja auch das Schöne am Hobby Reenactment. Im Sommer werden wir in Ribe lagen, bis dann ist noch einiges an Zeit zum basteln 😉

Viel Spaß hat es uns gemacht, dem meist interessierten Publikum unser Hobby und unsere Arbeiten zu erklären, z.B. Nadelbindung und Lederarbeiten. Für manche Leute freilich ist Living History doch sehr schwer zu verstehen: Uns wurde von einer Teilnehmerin erzählt, dass sie gerade im Kessel Essen kochte, Grieß aus einem Beutel hinzuschüttete und ein Besucher hinzukam. Er dachte einen Moment nach und sagte: „Ah, Sand!“ Das ist doch seltsam, wer schüttet schon Sand in den Kochtopf :-))

Höhepunkte des privaten Teils der Verantstaltung waren das Bankett und das Osterfeuer. Das Bankett fand abends im Tempel statt, ich sage nur „Wildschwein à la Crème mit Pflaumen“. Das Rezept muss ich unbedingt noch besorgen….

Für mich war es das erste Osterfeuer, bei mir zuhause ist dies keine Sitte. Als das Feuer fast bis zum Himmel schlug, erzählte X. eine Geschichte von Thor, einem kleinen Jungen und den „Sparkles“. Mangels persönlichem Heidentum berührt mich das zwar religiös nicht, X. erzählte aber ganz ausgezeichnet ohne Heidentümelei und in moderner Sprache, so dass die Geschichte auch für mich schön und zur Situation passend war. Respekt!

Schön wäre es gewesen, wenn Museum und Reeanctors mehr zusammegearbeitet hätten. Insbesondere für die Besucher wäre es doch interessant gewesen, wenn die Häuser bewohnt gewesen und die Schiffe von Wikingern bemannt worden wären.

Das Freilichtmuseum ist ein sehr interessantes Ausflugs- und Studienziel und hätte mehr Werbung und finanzielle Unterstützung wahrlich verdient!

5 Gedanken zu „Gross-Raden Ostern 2006“

  1. Wikinger? Groß Raden ist eine Slawensiedlung und kein Wikingerdorf. Die Boote wurden bisher eigentlich jedes Jahr an Ostern zu Wasser gelassen und auch gefahren, wenn genug Leute von der Bootscrew vor Ort waren. Und die Häuser sind deshalb nicht bewohnt, weil nämlich sonst jeder im Haus wohnen will, und sowas nur Zores gibt. Außerdem werden manche Häuser auch von der Museumsleitung gebraucht, eigentlich fast alle. Mir fällt eigentlich nur das eine Blockhaus ein, das man bewohnen könnte.
    Aber das nur nebenher, soll keine Klugscheisserei sein und auch kein rummaulen.

    Grüße
    Blaubär

    Der dieses Jahr zum ersten mal seit langem nicht an Ostern in GR war.

    1. Hallo Blaubär,

      Mit den Wikingern vs. Slawen hast Du natürlich recht. Wikinger, die die Slawenhäuser bewohnen, wären unpassend aber es gab ja auch einige Slawen im Lager.

      Klar, das Bewohnen der Häuser verlangt der Lager- und der Museumsorga einiges ab, aber bei einer Museumsveranstaltung wäre es doch schön und instruktiv für die Besucher, wenn zumindest ein Teil der Gebäude bewohnt wäre, oder? Umso mehr als Gross-Raden eine Anlage ist, die wirklich wie eine geschlossene Siedlung wirkt und nicht nur wie ein Museum mit einzelnen exemplarischen Gebäuden. Es ist die schönste frühmittelalterliche Anlage, die ich kenne.

      Viele Grüße
      Borre

  2. Gruen vor Neid :o) Mannomann, -das- ist es, was ich hier drueben am meisten vermisses : echte Living history, wo das A-Wort nicht gleich mit „Grauenhaft“ gleichgesetzt wird.
    Schoene Bilder – Danke fuer’s Teilen !

    -Maeva

  3. Tolle Ostern Es sieht wieder nett aus und nicht so neblig wie damals… Ich bin schon Besuchernr. 9777, echt klasse, da feierst du wohl die 10000 Ende Mai wenn ich das 1 Jahr Blog feiere;-)

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