Wikinger im Kulturmagazin Aspekte?

In Blankenburg – Lunula berichtete schon über das letzte Wochenende – stand doch plötzlich das Fernsehen bei uns unter dem Vorzelt. Naja, der Kameramann, umschwirrt von zwei schweigsamen Grinsetypen, behauptete jedenfalls, er käme vom ZDF Kulturmagazin Aspekte. Für einen zukunftswissenschaftlichen Beitrag zum Thema Stadt- und Landflucht und zur Zukunft der Arbeit (blahblah) brauche er eine ländliche Szenerie mit moderner Kommunikationstechnik.

Sein Vorschlag war, eine typisch ländliche Situation (wie bei Oma) mit Laptop zu filmen, den er denn auch flugs zückte. Typisch ländlich seien wir ja mit unseren Zelten. Aha. Ich hub gleich ordentlich zu lästern darüber an, dass er sich also vorstelle, Mittelalterreenactment sei vergleichbar einer ländliche Szenerie zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich frug ihn, in welche Epoche unsere Zelte wohl einzuordnen seien. Wußte er natürlich nicht, und als ich ihm mitteilte, dass es sich um die Wikingerzeit handelt, guckte er recht dümmlich, ignorierte das Epochenproblem aber tunlichst, denn er wollte ja seine ländliche Szene mit Laptop. Stöhn.

Ich war ja dagegen, dass er drehen durfte, beugte mich aber der Mehrheit. Also drehte er Wikinger unter dem Vorzelt mit Holztisch, Tonkrügen und Laptop und wird diesen Mist vielleicht als Illustrationsschnipsel in einem futurologischen Beitrag des ZDF Kulturmagazins Aspekte bringen.

Später sah ich ihn sich an einem Stand mit Filzartikeln einen Seppelhut aufsetzen und sich selbst filmen. Vielleicht wird ja das gesendet. Oder er nimmt eine Szene aus der Geierwally und montiert einen Laptop rein. Kann ja nicht so schwer sein.

3 Gedanken zu „Wikinger im Kulturmagazin Aspekte?“

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