Ein Mann und sein Schwert

Der Herr kauft auf einem Mittelaltermarkt erst einmal ein Schwert und fühlt sich endlich als richtiger Mann. Schwerter werden auch gerne in Wummenshops (Gaspistolen beulen ordentlich in der Hose) erstanden und es gibt verschiedene Kategorien:

1) Königs- oder Barbarenschwerter

Z.B. das Originalschwert von Richard Löwenherz, das Schwert von Conan Schwarzenegger oder die Säge von Gutgolf, dem Zauberer.
Meist sind diese Mordwaffen aus bestem „Chromstahl“, haben jede Menge (für den Besitzer) gefährliche Zacken, schöne Juweleneinlagen aus Glas oder Plaste und zerbrechen glücklicherweise gleich, wenn sie hinfallen. An der Wand aufgehängt, macht sich das Schwert von Richard Löwenherz ebenso gut wie das rosa gehäkelte Klopaversteck in Vatis Auto.

2) Das Scharfe Schwert

Ein scharfes Schwert ist natürlich wichtig, leider aber heute nur schwer zu bekommen, da das Waffengesetz wegen der gefährlichen Al-Quaida-Terroristen, zu deren Standardausrüstung ja auch Schwerter gehören, geändert wurde. Aber man kennt ja vielleicht einen Messerschleifer oder probierts mal mit Gemütlichkeit auf der eigenen Werkbank. Problem ist nur, was soll man mit dem Riesenkäsehobel jetzt machen?

3) Das falsche Schwert

Eigentlich völlig unvermeidlich. So ein Bidenhänder ist ja ein Megateil und passt prima zu einem Kreuzritter, oder nicht? Wobei mir (Churchill-Typ) einfällt, dass ich endlich Sport treiben wollte, um so ein Teil wenigstens hochzuheben! Ein Gladius ist ideal für einen Waräger, der ihn über 15 matrilineare Generationen von der keltischen Dana geerbt hat. Genau.

4) Das stumpfe Schwert

Ein Schwert mit stumpfer Oberfläche, in der man sich nicht spiegeln kann. Die Kante, von Schneide gar nicht zu reden, ist mehrere Millimeter breit. Es biegt durch und federt zurück. Hmmmm, wasn das nun?

5) MEIN Schwert

Confessio: Ich besitze schon seit Jahren ein Schwert. Nein, nicht auf Satzvey 2003 erstanden, sondern vor einigen Jahren auf einem Wikingerlager in der Eifel, auf einem Schlosshof in oder bei Kommern. Leider habe ich vergessen, wie die Gruppe hiess, die u.A. eine interessante „Modenschau“ mit frühmittelalerlicher Kleidung darbot, sehr schade. Der Händler war vom Ze*ghaus Wiking.
Ach ja, und was für ein Schwert, ist es nun, das ich zuhause freundlich anlächele, gelegentlich putze, damit es nicht rostet und das ansonsten dieses Jahr wohl nicht getragen werden wird: Es ist ein „stumpfes Schwert“ und es ist mit einem tea cosy pommel montiert, was Teekannenwärmerknauf heisst. Und wer von Euch schon mal in England war, weiss jetzt, auch ohne auf den Link zu klicken, wie der Knauf aussieht….

6.) Der Nix-Wie-Hinweis: Zornhau

Auch auf den schrecklichsten Märkten findet man manchmal ein Sahnetörtchen (mjam). So kamen FA. (mein Lieblingsspezi) und ich auf dem GRAUENVOLLEN Mittelaltermarkt in L., nein, ich wages es nicht, den Namen zu nennen, mit den Leuten von Zornhau, einem Verein für historische Fechtkunst, ins Gespräch, deren Vorführung wir später in Braunfels besuchten. Wundervoll!

P.S.: Damit wir uns recht verstehen: All die oben beschriebenen grossartigen Peinlichkeiten sind natürlich auch die meinen…seufz und ach und fröhlich lach! gnihihihih.

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