Archiv der Kategorie: Here comes the ReEnActress

19. Juni 2010 – Extraschicht in Duisburg

Derzeit ist im Duisburger Kultur- und Stadthistorischen Museum eine Mittelalterausstellung – es geht insbesondere um Duisburg und seine Handels beziehungen im Mittelalter. Wer es noch nicht weiß: das Ruhrgebiet besteht nicht nur aus Industriedenkmälern, es gibt da auch einiges an historischen Stätten und Funden für Mittelalterbegeisterte, grade in Duisburg.

Im Rahmen der Extraschicht – was auch nur ein anderer Name für eine von diesen „Langen Nächten der Irgendwas“ ist – war ich am vergangenen Samstag im Museum und habe daran mitgewirkt, die Ausstellung zu beleben. Was bei dieser Ausstellung prima funktioniert, weil sie nach Themen aufgeteilt ist und fast lebensgroße Szenen an die Wände gemalt sind, in die man sich sehr schön „hinein begeben“ konnte.

Was mich sehr verblüfft hat: Nachdem die Veranstaltung in Gerresheim eine Woche zuvor unverdientermaßen sehr schlecht besucht war, hatte ich gedacht, ins Museum kommt auch keiner. Gab es doch im Rahmen der Extraschicht weit spektakulärere Events zu besuchen und außerdem noch Fußball zu gucken. Weit gefehlt! Es war sehr voll, ich habe noch selten so viele so interessierte Menschen auf einem Haufen erlebt. Ich musste leider früher verschwinden (hier ein besonders deutlicher Gruß an die nach 22 Uhr stark ausgedünnten öffentlichen Verkehrsmittel im Rheinland!), und ich musste mich förmlich losreißen, so schnell war die Zeit vergangen und so viele Leute hätten gerne noch mehr erklärt bekommen…

Auch mein Bloggerkollege Herr Turtle war da und Dirk, der Münzer aus Soest, führte sein Handwerk vor.

Ich hatte mich mal wieder als Slawiin angezogen und zeigte – na was wohl? – die Technik des Kämmens und Spinnens von Wolle:

Ich hätte ja gerne noch Impressionen von der Pilgerin und der Buchmalerin gezeigt, leider sind aber die übrigen Fotos nicht gut geworden. Hier also der selbe Appell wie bei Turtle: Hat noch jemand Fotos??!!

Ribe, Gespräche mit Holz

Zurück aus dem Sommerurlaub als „Ferievikinger“ in Ribe.
Und wir haben einiges dazugelernt.
Das dort gestellte Feuerholz – viel Eiche dabei – wurde auch zum Schnitzen verwendet. Rat eines netten Mitwikingers: „Schau dir das Holz an und höre darauf, was es dir sagt!“

Das erste Stück Holz, mit dem Herr Borre sich unterhielt, wollte dann doch lieber brennen. Was ihm allerdings dieses Stück Holz hier erzählt hat, ist schon interessant…

21./22.7. Tilleda „Theophanus Fest“

Während Herr Borre fleißig war, vergnügte sich Lunula auf der Pfalz Tilleda im Harz. Eine sehr schöne Anlage, mehr darüber hier – und einige Berichte davon hier.

Hier eine äußerst subjektive Bildergalerie, die sich weniger an den Highlights der Veranstaltung orientierte, sondern mehr an dem, was ich nach dem Wochenende in meiner Kamera fand.

Eine Fenchelpflanze im Kräutergarten. Rechts das Grubenhaus, links hinten das große neue Bauernhaus, auf dessen Dachboden wir Zeltlosen schliefen:

Hier das Lager der Gruppe Huginn, vom Belagerungsturm aus gesehen. Im Hintergrund der Kyffhäuser mit dem Denkmal, ganz unten ist ein Teil des Rammbocks zu erahnen.

Besagte Gruppe buk für die Besucher leckeres Pfannenbrot:

Claudia schärt die Kette für den Gewichtswebstuhl:

….und webt anschließend im Weberhaus – man erkennt, dass die Kanten des gewebten Bandes brettchengewebt sind:

Ich hingegen führte Spinnen und Wollekämmen vor – am Samstag draußen, am Sonntag wegen Regens im Webhaus:

Ach ja, und dann nahm ich noch an der Bestattung einer wohlhabenden Slawin teil *grins* – dafür war eine kleine Grabkammer aus Steinplatten rekonstruiert worden, mit einer extra Nische für den Kopf:

Da man mir freundlicherweise ein Auferstehungsei mit ins Grab gegeben hatte, konnte ich diesem aber wieder entsteigen…. also keine Sorge, ich lebe noch (oder wieder? *grübel*…..)

Das Mittelalter ruft – auch dieses Jahr

Da die netten Leute vom Wasserturm irgendwie immer noch keine brauchbare Website haben, versuch ich es mal hier.

Aaaaalso *räusper*:
Am Wochenende 14./15. Juli 2007, jeweils ab 12 Uhr, findet in Berlin-Kreuzberg am Wasserturm und drumherum (Kopischstr. 7, Ecke Fidicinstr., U Platz der Luftbrücke) wieder mal das Multiperiod-Multikulti-Mittelalter-Straßenfest statt.

In der Woche davor und in der Woche danach (9.-12.7., 17.7.-19.7.) gibt es täglich Ferien-Kinderbespaßung mit Mittelalterflair, mit Basteln, Ritterspielen etc. Für die Aktionen unter der Woche ist Voranmeldung erforderlich. Für das Straßenfest natürlich nicht.

Hier ist der Flyer mit den Kontaktdaten:

Ach, und am Samstag abend wird es eine nette kleine Tanzvorführung geben *hüstel* … und am Sonntag noch eine Modenschau…
Ich werde da sein.

Archeon Pfingsten 2007

Statt vieler Worte hier einfach ein paar Impressionen von unserem Aufenthalt im Archeon über die Pfingsttage.

Hier die bei Teilnehmern wie Besuchern sehr beliebte Seilfähre:

Ein Wikingerschiff wird getauft:

…und die Jungfernfahrt

Verkaufsgespräch an einem Händlerzelt:

Unser Lager – übers Wasser gesehen:

Der Fotograf und die Silberknoterin kurz vor dem mörderischen Duell:

Und die singenden Mönche vor dem Hochmittelalter-Kloster:

Schön wars!

Freienfels 2007

Die Ritterspiele Freienfels finden jedes Jahr Anfang Mai statt. Freienfels gehört zu den größten Veranstaltungen der nichkommerziellen Mittelalterszene (ich wähle mal diese Umschreibung für den Teil der Szene, den wir uns so ganz grob zugehörig fühlen). Und da es recht früh im Jahr ist, ist es halt die erste Gelegenheit im Jahr, fast alle Bekannten mal wieder zu sehen… und womöglich neue Bekanntschaften zu machen.

Eher aus historischen denn aus konzeptionellen Gründen hatten wir mit Freienfels bisher nicht so viel am Hut – wir waren, was vergleichbare Veranstaltungen angeht, halt eher auf Herzberg oder Tannenberg geprägt. Aber nachdem wir vorgestern feststellten, dass Freenfels von Köln aus ja gar nicht so weit weg ist, machten wir einen Tagesausflug (in Gewandung des 21. Jahrhunderts) dorthin. Konstantin war mit von der Partie und als einziger natürlich in korrekter Wikingerausstattung.

Und tatsächlich: Wir trafen dort sehr viele Bekannte – davon auch einige, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Und zu einigen aus „einschlägigen“ (hihi) Foren bekannten Namen kann ich jetzt Gesichter zuordnen.

Was mir auffiel: In Freienfels tummelt sich, sehr viel mehr als bei den anderen genannten Veranstaltungen, ein sehr breites Spektrum der Szene. Von der So-belegbar-wie-nur-irgend-möglich-Fraktion bis zu den Leuten mit Schottenröcken, Trinkhorn im Halfter oder Ypsilonen auf der Zunge. Aber gerade das scheint einen Teil des Reizes auszumachen.

Es dürfte, wen überrascht es, das heißeste Freienfels seit Aufzeichnung der Ritterspiele gewesen sein. Sogar Ordensleute sah man im Untergewand!

Hier eine Impression: Im Vordergrund der Harfenspieler Jonny Robels (der soeben eine neue CD veöffenticht hat, auf der sich u. a. ein Stück mit dem Namen „The Spirit of Freienfels“ findet), im Hintergrund das Zelt von Wollstoff-Jörg: Ob die Personen, die sich vor dem Zelt aufhalten, schon der Anfang vom kleinen Tempus-Vivit-Usertreffen sind?

Für kurzentschlossene LeserInnen: Die Veranstaltung dauert noch bis zum 1. Mai!

Nachtrag: Sprang

Jaja, ich habe einiges nachzuholen, was das Bloggen angeht. Hier erst mal ein schon längst fälliger Nachtrag.

Wir waren ja (als Tagesbesucher in Zivil) Pfingsten 2006 in Eindhoven, wo wir Blue kennenlernten. Ich habe damals Fotos und einen Blogeintrag von ihren Kunstwerken gemacht.

Im September 2006 waren wir (auch als Tagesbesucher in Zivil) wieder in den Niederlanden, diesmal aber im Archeon – und wir trafen Blue wieder, und diesmal zeigte sie uns das fünf Meter lange Wadenwickel-Band aus Sprang, das sie in Eindhoven gewebt hatte und das nun fertig war. Hier ist es:

Mittlerweile hat sie übrigens auch eine sehr schöne Website, auf der auch einiges über Sprang steht.