La gloire de la République

Heute, am 30. Juni 2017, hat der Deutsche Bundestag den Gesetzentwurf für eine Einbeziehung gleichgeschlechtlicher Paare in die Ehe beschlossen.

Ich habe den Tag dadurch gewürdigt, indem ich (endlich mal) die Rede von Christiane Taubira, der damaligen französischen Justizministerin, vom 29. Januar 2013, ins Deutsche zu übersetzen, die sie gehalten hat, das der Entwurf für die „Mariage pour tous“ in der Assemblée Nationale eingebracht wurde. Den Text gab es nämlich bisher nicht auf Deutsch – zumindest habe ich ihn im Netz nicht gefunden.

Ich hänge den deutschen Text hier als PDF an.

Rede Taubira 2013-01-29 MPT de

Das französische Original ist als Text hier zu finden:

http://www.lefigaro.fr/politique/le-scan/2014/03/27/25001-20140327ARTFIG00079-le-discours-de-christiane-taubira-pour-le-mariage-pour-tous.php

und als Film hier:

Der Mantel der göttlichen Isis

In seinem Werk Metamorphosen, bekannt auch unter dem Namen Der goldene Esel, der aus der zweiten Hälfte des 2 Jahrhunderts nach Christus stammt, beschreibt der Autor Apuleius eine Vision der Göttin Isis. Sie ist eine ägyptische Göttin, der Kult hatte sich zu dieser Zeit aber schon über das gesamte römische Reich verbreitet.

An der Szene ist vieles interssant – mir geht es hier umdie Textilkunde. Der Autor beschreibt nämlich die Kleidung der Göttin sehr detailliert:

Das Gewand war, vielfarbig schillernd, aus feinem Leinen gewebt, bald in blendender Weiße schimmernd, bald von Safranblüten goldgelb leuchtend, bald in Rosenröte flammend. Und was meinen Blick gar sehr verwirrte, das war der Mantel: tiefschwarz, in dunklem Glanze strahlend, lief er ringsh[]erum und kehrte unter der rechten Achsel zur linken Schulter zurück mit einem buckelförmigen Wulst, während ein Teil des Stoffes in vielfacher Fältelung herabhängend niederfiel. Und am äußersten Saum wogten an ihm zierlich die dekorierten Fransen. Über die angewebte Verbrämung und auf der Fläche des Mantels selbst verstreut funkelten Sterne, und in ihrer Mitte hauchte der Vollmond flammende Feuer. Überalljedoch, wo der Saum des herrlichen Mantels herunterlief, da war in ununterbrochener Folge ein Gewinde aus Blumen aller Art und Früchten aller Art angebracht. […] Die ambrosischen Füße deckten Sandalen, aus den Blättern der Siegespalme geflochten.

(zitiert nach: Apuleius, Metamorphosen / Der goldene Esel, lateinisch und deutsch, von Rudolf Helm, 7. Auflage Berlin 1978)

Sicher ist einiges in der Beschreibung keine Wiedergabe zeitgenössischer Kleidung, sondern Ikonographie. Ich denke, dass dies zum Beispiel bei dem ganz schwarzen Mentel der Fall ist, auf dem Mond und Sterne leuchten. Interessant finde ich aber die Erwähnung von farbigem Leinen beim Untergewand (gelb und rot) sowie die Beschreibung der angewebten Kante und der Fransen beim Mantel.

Ob Göttinnen wohl Mäntel mit verzierten Brettchenborten trugen? 😉