Lager-Nachlese I: Sprang in Eindhoven

Stöhn. Ich weiß ja, ich blogge viel zu wenig. Aber einer der Gründe ist derzeit wirklich, dass einfach die Mittelalter-Saison in vollem Gange ist und ich deshelb kaum mal Zeit habe, all die schönen Erlebnisse zu verarbeiten. Naja. Könnt mir schlimmere Probleme vorstellen.
Aber nur mal so als Überblick:

  • Himmelfahrt und das zugehörige Wochenende waren wir in Groß-Pinnow,
  • Pfingsten (als Tagesbesucher) in Eindhoven,
  • das Wochenende nach Pfingsten in Neustadt-Glewe,
  • den Sonntag danach (also letzten Sonntag) als Tagesbesucher in Berlin-Blankenburg.

Und die Bilanz bis jetzt ist sehr positiv: Spaß gehabt, tolle neue Leute kennengelernt, viel Interessantes gesehen.

Um meine geneigten LeserInnen an Letzterem teilhaben zu lassen, kommen hier mal ein paar Bilder vom Wikingerfest im Historischen Freilichtmuseum Eindhoven. Da war eine Frau, die Sprang vorführte. Selten genug, aber bis jetzt habe ich das nur in Form einfarbiger zarter Netze, fast wie Spitzen, gesehen. Das hier war anders, sehr groß, sehr dick, sehr bunt:

Hinten sieht man einen großen Sprang-Rahmen, im Vordergrund ein nach meiner Schätzung etwa 5 Meter langes dünnes Bündel, das einmal ein festes Sprang-Band werden soll. Hier die Künstlerin bei der Arbeit:

Dabei musste sie immer vom einen Ende des Bandes zum anderen laufen – und natürlich, wie immer bei Sprang, ja nicht zur falschen Zeit loslassen….
Sie arbeitet übrigens bei einem anderen niederländischen Museum, das eine Moorleiche (deutlich älter als Wikingerzeit, so 300 n. Chr.) zeigt, bei der ein solches dichtgewebtes Sprang-Band gefunden wurde. Vielleicht fällt mir auch wieder ein, wie das Museum heißt.

Und wer noch nicht weiß, was Sprang ist, hier und hier gibt es Informationen (englisch).

Nachtrag

Hier noch die versprochene Information: Die Moorleiche, die mit einem Sprang-Gürtel erwürgt wurde, heißt „Das Mädchen von Yde“ und wird normalerweise ausgestellt im Drents Museum Assen (Achtung, die Seite ist nicht barrierefrei und plugin-verseucht). Zur Zeit ist sie aber verreist: es läuft eine Wanderausstellung mit Namen „The Mysterious Bog People“, so weit ich etwas gefunden habe, wohl in den USA und Kanada, und das Mädchen von Yde kommt erst 2007 wieder nach Hause.

In letzter Zeit habe ich auch einiges über Moorleichen gelesen, vielleicht dazu später mal mehr (Im Winter? *irrekicher*).