Neues vom Kubbspiel

Einen Artikel zum Kubbspiel gibt es heute auf den Sportseiten des Berliner Lokalteils der taz. Offenbar wird das schöne Spiel nun in Deutschland als „Wikingerschach“ (hä?) vermarktet.
Wir hatten das Spiel ja letztes Jahr nach unserem Besuch in Groß Pinnow beschrieben, das heißt, ich habe es erwähnt und Herr Borre hat es dann noch mal genauer dargestellt.

Wünschen wir den Kubbsportlern mal alles Gute! Kubb macht wirklich großen Spaß! (Vielleicht dieses Jahr wieder in Groß Pinnow?)

Ostern: Volle Möhre Mittelalter

Nein, das Zelt ist noch nicht fertig, und leider haben wir auch noch nicht massenhaft Einladungen bekommen, in anderen Zelten und Hütten zu übernachten. Seltsam eigentlich. Aber das heißt: Derzeit Mittelalter nur in Form von Tagesausflügen. Das dann dafür gründlich!

Ostersamstag: Groß Raden

Wie bei Herrn Borre ja schon zu bewundern ist, waren wir auf dem Ostermarkt Groß Raden. Das Wetter …naja, passte zum romantischen Seepanorama. War aber etwas feucht.
Schön war das große Wikinger- Zeltlager mit den rauchenden Feuerstellen anzusehen:

Und hier kann man Lunula mal beim Nadelbinden zuschauen (improvisiert, gehörte nicht zum Veranstaltungsprogramm):

Hier ist noch eine Impression vom Tempel in Groß Raden:

Ostersonntag: Osterklosterfest Chorin

In Groß Raden hatten wir das Gefühl gehabt, unter unseresgleichen zu sein. Der Kontrast zum Mittelalterfest in Chorin hätte also größer nicht sein können.

Das in Chorin veranstatltete Osterklosterfest kann als kommerziell bezeichnet werden. Zweck ist sicher nicht, dem Publikum authentisches Mittelalterleben zu zeigen. Entsprechend hoch war der Anteil der Bratwurst- und Crepe-Stände und der Preis derselben (und des Eintritts), und wild war die Mischung der Verkaufsstände von indo-kelto-Silberschmuck-Baumwolltuch-artigen, wie sie auch in jeder dritten Fußgängerzone zu finden sind, bis zu hübschen Ständen und interessantem Handwerk. Also gab es auch einiges zu kaufen. Davon später einmal mehr.

Lagerleben gab es überhaupt nicht zu sehen, nur eine Rittertruppe hatte etwas abseits ihre Wohnzelte aufgebaut. Die Händler schlafen vermutlich im Auto oder im Hotel.

Bunt gemischt war auch das Publikum. Wir waren fast die einzigen Besucher mit halbwegs mittelalterlicher Gewandung, ansonsten gab es eine Menge Gothics mit mittelalterlich anmutenden Gewandungsteilen, aber natürlich alles in SCHWARZ…

Mit dem sehenswerten Kloster Chorin selbst scheint das Ganze übrigens wenig zu tun zu haben, das Mittelalterfest findet nicht direkt in oder vor den malerischen Klostermauern statt, sondern auf einer Wiese in der Nähe.

Lasst uns zusammenfassen: Ein sehr kontrastreiches Osterwochenende mit ordenlich viel Mittelalter. Schöööön.

Eyneburg

Das war die Saisoneröffnung: Der Ostermarkt auf der Eyneburg!
Die Eyneburg befindet sich in Belgien, aber eigentlich direkt hinter der Grenze ganz nah bei Aachen. Und französisch oder gar flämisch hab ich während der ganzen Zeit weder gehört noch gelesen. Scheint schon so eine Art inoffizielles Einzugsgebiet von Aachen zu sein.

Die Eyneburg ist ein sehr spannendes Projekt. Ein Haufen von Reenactoren und -actresses möchte diese Burg mit lebendem (Hoch-)Mittelalter beleben, also insbesondere altes Handwerk „ansiedeln“. Außerdem ist ein Keltendorf und ein Wikingerdorf (!) geplant. Das Ganze ist aber noch ganz am Anfang. Und es werden für alle genannten Epochen noch Mitstreiter/innen gesucht!

Und tatsächlich: Da waren jede Menge nette Leute, Rittersleut, Wikinger, Kelten und jede Menge Gromis und fantasievoll gekleidete Leute.

Für die Musik sorgten Filia Irata, eine tolle Frauentruppe. Insbesondere sind sie in der Lage, einen Dudelsack so zu bedienen, dass es nach Musik und nicht nach Massenvernichtungswaffe klingt. Und ihre weitere Spezialität ist mehrstimmiger Frauengesang nach osteuropäischer Tradition. Ganz klasse!
Hier sind sie:

An Ostern ist auf der Eyneburg noch mal Fest angesagt, es lohnt sich hinzugehen. Borre und Lunula werden dann aber nicht dort sein. Wie Borre schon schrieb: Ostern werden wir wohl in Berlin und Umland unser Unwesen treiben.

Saisoneröffnung

Juhu, die Temperaturen werden wärmer, es scheint tatsächlich Frühling zu werden!
Während andere Leute darauf reagieren, indem sie sich die Haare oder die Wimpern färben 😉 , fiebert die ReEnActress dem ersten Mittelaltermarkt des Jahres entgegen. Noch nicht mit Übernachten (das Zelt is ja noch gar nicht fertig), aber immerhin schon mit voller Gewandung und so.
Tja, und jetzt muss ich meine Siebensachen zusammenpacken und darauf achten, dass ich auch kein wichtiges Teil vergesse. Wo ist nur mein Essmesser? Und meine Ohrringe, wo könnten die wohl sein?
Uiuiui… bin schon ganz aufgeregt…. und freu mich tierisch auf die anderen Leute, die den Staub von ihren Gewändern geschüttelt haben!

Fäustlinge

Hier kann man ein Paar Fäustlinge sehen, die ich schon vor einiger Zeit genadelt habe:

Und hier sind ein Paar, die ich gerade mache und die noch nicht ganz fertig sind:

Hier kann man ganz gut sehen, wie sie gemacht werden. Entweder oben anfangen („ovaler Anfang“), bis zur gewünschten Breite zunehmen und dann immer geradeaus – oder unten anfangen, einen Ring bilden und dann oben abnehmen. Ich bevorzuge die erste Variante. Für den Daumen wird ein Stück in Breite der Daumenwurzel mit der gleichen Anzahl „Luftmaschen“ überbrückt, später daraus den Daumen arbeiten.

Bei den gelben Handschuhen bin ich noch nach der Anleitung von Herrn Dankbar vorgegangen. Die roten habe ich etwas mehr „auf Figur“ geschnitten. Das heißt, sie sind nicht ganz zylindrisch, sondern ich habe (da ich ja von oben kam) beim Daumenschlitz gleich ein paar mehr Luftmaschen gemacht, als ich feste Maschen überbrückte, und dann in der folgenden Reihe noch ein bisschen zugenommen, für den breitesten Teil der Hand. Am Handgelenk dann wieder abgenommen bis zur ursprünglichen Breite (wie oben bei den Fingern).

Bei den roten Handschuhen hab ich auch einen neuen Stich ausprobiert, Vorher war es der Grundstich von Herrn Dankbar (UO/UOO), jetzt (mit einer weiteren hinteren Daumenschlinge) der Stich UOO/UUOO.

Noch was zur Wolle: Beide sind handgesponnene Merinowolle, mit Pflanzenfarben gefärbt. Die gelben sind mit Birkenrinde gefärbt und gezwirnt, die roten mit Krapp und ungezwirnt. Wer die Chance hat, Wolle auf Ökomärkten zu kaufen, sollte dies tun. Nach meiner Erfahrung ist die naturbelassene Wolle, die man dort bekommt, viel besser fürs Nadelbinden als alles, was in Läden zu bekommen ist. Das gilt auch für die auf diesen Märkten erhältliche maschinengesponnene Wolle.

Ach ja: Fäustlinge sind ja soo was von authentisch!