Preparing Tannenberg für Frostbeulen

Nur damit hier keineR glaubt, dass nur Borre eifrig näht, um sich auf das berüchtigt sauwetterige Tannenberg vorzubereiten, hier ein Beweisfoto:

Dargestellt ist ein Streifen aus rotem Leinen, der am Halsausschnitt eines roten Wollkleides festgenäht werden soll, um diesen zum einen ordentlich zu säumen und zum anderen (da auf der Innenseite getragen) dessen Kratzigkeit zu mindern.

Die unsichtbare Naht, mit der der Leinenstreifen reingenäht wurde, habe ich dann mit der Nähmaschine gemacht. Keine Sorge, die sichtbaren Nähte (also alles, was jetzt noch fehlt) werden selbstverständlich von Hand genäht. Aber meine Nähmaschine ist immerhin auch antik und kommt fast ganz ohne Strom aus (isn Lämpchen drin).

Ich habe sie allerdings erst seit gestern in Benutzung, da sie mir erst kürzlich von der Tante einer lieben Freundin überlassen wurde.

Falls jemand das Baujahr dieses Modells (Pfaff 230) rauskriegt, würde mich dies sehr interessieren.

Teil 3 der Nadelbindestory

Filzen für Ferzweifelte

Hatte ich eigentlich schon erzählt, wie von Hand gefilzt wird? Nein? Also, da ist eine liebe Freundin von mir, die macht Filz-Workshops, und die hat es mit beigebracht. Das Wollteil wird mit heißem Seifenwasser (Neutralseife) traktiert und dann stundenlang geschrubbelt, zum Beispiel über den Rippen einer Spüle. Mit dieser Methode habe ich den Kaffeewärmer produziert.

Nachdem sich jene liebe Freundin mein Wehklagen anhörte, bot sie mir Hilfe an, und wir standen und filzten einen Abend lang wieder auf dem erwähnten Kaffeewärmer rum. Ergebnis: Bisschen filziger, aber nicht kleiner oder formschöner geworden.

Besagte hilfsbereite Dame (die normalerweise nur mit ungesponnener Wolle filzt, was offenbar viel einfacher ist, vor allem beim In-Form-Bringen) kam darob zu der Überzeugung, dass die benutzte gelbe Wolle wohl kaum filzen oder einlaufen wolle, und riet mir, es doch mal mit Filzen in der Waschmaschine zu versuchen.

Dies tat ich gestern abend (60° Kurzprogramm Vollwaschgang mit Feinwaschmittel). Und siehe da: Die obige Arbeitshypothese ist eindeutig widerlegt. Alle von mir verwendeten Wollsorten KÖNNEN nicht nur filzen und einlaufen, sie TATEN es auch. Und zwar gründlich.

Hier ein Bild von der mitgewaschenen gelben Mütze, die endlich passen sollte (nur ganz leicht größer als Borres Kopf). Zum Vergleich der legendäre Kaffeewärmer (der durfte nicht mitmachen) daneben:

Hier sieht man alle drei mitgewaschenen Mützen. Immerhin führt die Prozedur tatsächlich zu Formbeständigkeit und deutlich verbesserter Dreidimensionalität.

Borre und ich haben ziemlich große Köpfe. Vielleicht findet sich ja noch jemand, dem sie passen. Aber für Borres Geburtstagsgeschenk muss ne alte Frau wie ich wohl ncoh lange nadelbinden.

Moral: Verschenke keine Versprechen, handgearbeitete Dinge zu liefern, solange du die Technik noch nicht beherrschst!

Nadelbinden – wie es weiterging (also Teil 2)

Von der Mütze zum Kaffeewärmer

Nun hatte ich bei einer netten Frau auf einem Ökomarkt Wolle erworben, die handgesponnen, handgezwirnt und mit Birkenblättern wunderbar handgefärbt war (ein schönes Goldgelb). Dann mit großer Begeisterung eine Mütze genadelbindet, die Borre zum Geburtstag kriegen sollte.

Und natürlich habe ich sie brav ein bisschen zu groß gemacht, das steht nämlich in allen Anleitungen. Nadelbindesachen sollten immer gefilzt werden, das macht sie wetterbeständiger, formbeständiger und gleichmäßiger. Und dabei gehen sie noch ein wenig ein. So weit die Theorie.

Die Praxis sieht so aus. Man beachte vor allem die schöne Form, am unteren Ende wird es etwas gerader, damit die Mütze sich schön um den Kopf schmiegt:

Nach dem Filzen war die Mütze leider eher größer geworden als kleiner, und was noch schlimmer ist, sie hat einiges an Form verloren und läuft jetzt nach unten weit aus, so dass sie um den Kopf rum nicht mehr anliegt.

Lasst Euch bei Gelegenheit mal von Borre erklären, was ein tea cosy ist. Seufz.

Nachtrag: Die nette Frau vom Ökomarkt meinte, es könne daran liegen, dass die Wolle bereits beim Färben mal in (fast) kochendem Wasser gelegen habe und deshalb nicht mehr einläuft. Aber warum hat sich das Ding nur so verformt???

(to be continued)