Bilder

Der Förster vom Soonwald. Heimat.

Meine Großmutter Wilhelmine stammt mütterlicherseits aus einer Försterfamilie. Die Nordeifel gehörte ihnen. Ihr Erster war der Reitende Jäger von Clemens August, dem Erbauer von Schloss Brühl. Heinrich, nach dem das Schönewaldhaus im Kottenforst benannt ist,  zu dem die Bonner noch heute gerne ihren Sonntagsausflug machen.

Einige Försterbilder aus dieser Familie sind auf mich gekommen. Mein Vater hat erzählt, dass nahe Verwandte meiner Großmutter abgebildet seien. Mehr wusste er leider auch nicht. Das Bild hier ist eines davon.

Von der Försterfamilie Schönewald gibt es einen großen Stammbaum. Urgroßonkel Carl Johann Arnold – der Bruder meiner Urgroßmutter  Agnes – heiratete 1879 in Aßlar bei Wetzlar. In dieser Gegend gab es ansonsten keine Verwandten. Großmutter Wilhelmine kannte seine Tochter gut. Sie hieß auch Wilhelmine und besuchte zusammen mit ihrem Sohn Karl Windhäuser meine Großeltern in der Blücherstraße.  Köln in den dreißiger Jahren. Karl hatte eine Studentenbude in der Altenburger Straße 15,  wo damals auch weitere Verwandte der Urgroßmutter lebten. Er arbeitete bei der Zeitung.

Wahrscheinlich ist der Förster auf dem Photo also Carl Johann Arnold Schönewald mit seiner Frau Thekla. Wirklich sicher ist es freilich nicht. Carl Johann Arnold war Förster im Soonwald.  In Argenthal. Mehr als dreißig Jahre lang. Sein Enkel Karl, später Lehrer und Bürgermeister in Simmern, schrieb Geschichten über seine Heimat im Hunsrück und den alten Förster, so dass es heute Weihnachtsgeschichten mit dem Mann auf dem Bild gibt.

Karl Windhäuser war übrigens Deutschlehrer von Edgar Reitz und brachte ihn zu Schauspiel und Theater. So wird erzählt. Das war in den fünfziger Jahren. Edgar Reitz, dessen „Heimat“ mich so unglaublich beeindruckt hat, denn sie hatte etwas mit mir zu tun. Und das war völlig unerwartet. Ich kannte diese Geschichte hier noch gar nicht. Die Geschichte über Geschichten. Und wie schön sie ist!

 

 

 

 

 

 

 

 

„Heimat ist immer etwas Retrospektives. Ein Gefühl des Verlusts.“ (Edgar Reitz).

Die Taschenlampe des Vertrauens

Für Jungs sind Taschenlampen einfach Kult. Damals jedenfalls. Die erste, an die ich mich erinnere, hat Mom mir in Linz gekauft. Linz am Rhein natürlich. Der Zylinder aus blankem Blech, längsgeriffelt. Der Kopf türkis. Schiebeschalter. Innen eine Taschenlampenbatterie. Gibt es heute nicht mehr.

Taschenlampen gingen jedenfalls schneller kaputt als man sich freuen konnte. Natürlich fällt so ein Ding hin, wenn man ein kleiner Junge ist. Einmal, zweimal höchstens, und sie war kaputt. Hundsgemein.

Taschenlampen waren meist von Batterieherstellern. Varta, Daimon und so. Es ist die Zeit vor der Invasion der rosa Hasen. Pardauz und das wars. Später  – zu Zeltengehzeiten –  waren es immer noch die gleichen Hersteller, aber sie waren dicker, mit 4 Babies oder Monos oder so. Bumms, kracks, putt. So ein Dreck.

Als Freizeitwikinger braucht man natürlich wieder eine. Eine Taschenlampe. Für das Zeltaufbauen in Tannenberg in strömendem Regen oder zum K*cken nachts in Christlried. Außerdem brauchen Jungs sowieso eine. Klaro. Mädels bestimmt auch.

Varta, Daimon und die ganze Mischpoke waren nicht mehr angesagt. Hoffentlich sind sie pleite gegangen oder nachts im Wald beim K*cken verhungert. Jetzt gab es MagLite. Sündhaft teuer, aber schwer und wertig und alle sagten, die seien gut. Naja, nicht dass man auf sowas hören sollte, aber die Hoffung von kleinen Jungs ohne Taschenlampe stirbt nunmal zuletzt. So eine mitteldicke mit ordenlich Wumms und Standfestigkeit sollte es sein. Eine mit zwei Babies wurde es. Sogar ein Ersatzbirnchen war eingebaut!

Sie erlauben, dass ihr Loblied singe? Sie überlebte so maches Lager, krachte gerne ordentlich mit Schrammen der Ehre auf Schotter, hatte zeitweise zwar einen obskuren Wackler, ist aber zur Selbstreparatur fähig. Ist definitiv länger wie breit. Ja, genau. Ist doch wahr.

Einziger Nachteil ist trotzdem ihre Standfestigkeit. Glühbirnchen halten nicht durch. Sie schwächeln und funzeln. Das Licht von LED-Taschenlampen hingegen war anfangs weißblau ohne Farbe und MagLite schien mir nicht gerade der Vorreiter neuer Technik zu sein. Letzte Woche  fand ich sie aber endlich: 650 Lumen aus 3 Babies kommen im Vergleich wie ein Flakscheinwerfer und halten viele Stunden durch. Nur hingeknallt ist sie bisher noch nicht. Wenn eine Taschenlampe hinknallt, fühle ich mich wie ein Sechsjähriger. Muss nicht sein. Jedenfalls nicht heute Abend!

maglite

ADORO TE CLIO DOMINA

In den letzten Wochen habe ich eine Untersuchung über niederländische Touristen in Westfalen während der Dreißiger Jahre geschrieben. Es war schwer und neu für mich. Sehr stark quellenbasiert. Mehr Forschung als neu Zusammenfassen von Sekundärliteratur unter einer Fragestellung. Puh. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, liest sich gut ;-). Mal sehen, was rauskommt.

Die Muse Clio.
Die Muse Clio. Trier, Neustraße, Mitte 3. Jhdt. n.Chr.

Kammmelllleeeee !!!!!

Gestern waren wir auf den Karnevalsumszug in Forsbach eingeladen. Wir waren in der Luxusloge oben auf dem Dach, in optimaler Kamelleschussweite :o))
Ein wunderschöner großer Zug bei herrlichem Wetter, schönen Frauen, Kölsch und einer Gulaschsuppe, die zu beschreiben keine Feder wagt. Überhaupt supernette und liebenswürdige Leute!

Einen besonderen Dank an die Hausherrin !!!
Dreimohl: Forsbach, ALAAF!!!

Remigius war zwar nicht dabei, begutachtet aber schonmal die Kamelle: