Archiv der Kategorie: Reenactment

Die nette Keltin

Ich nenne sie immer die nette Keltin und dabei bleibe ich auch jetzt.

Als wir mit der Wikingerei anfingen, war klar, dass sich im weiteren Umfeld auch unangenehmes Volk am völkisch-braunen Rand rumtrieb. Am ach so „unpolitischen“ Lagerfeuer  kann man naiv alle Warnungen übersehen. Besonders die subtileren Symbole. Aber wozu gibt es das Internet?

Webseiten  gab es reichlich, um sich grob aufzuschlauen. Weiter kam man schon mit den Artikeln von Hans Schumacher und anderen beim Rabenclan, für die ich noch heute herzlich dankbar bin. Es war die große Zeit der Internet-Foren. Aufgrund des Themas war ich freilich meistens „schnell weg hier“….

In einem Heidenforum blieb ich dann hängen. Diese Admins waren anders. Sie hielten ihren Laden sauber. Gelegentlich postete ich selber etwas, da Reenactment dort manchmal ein Thema war. Viele User waren irgendwie obskur spirituell. Seltsam beliebig. Reikipakete über die Regenbogenbrücke channeln und so. Das ist ja nun nicht so mein Ding. Dann gab es die Volltrue-Metaller, die offenbar ein frühkindliches Problem mit dem Christentum hatten. Oder Leute, die ihre eigene Identität durch Abgrenzung erschaffen. Wenn schon nix drin ist, dann wenigstens Grenzen drumherum.

Aber es gab auch andere. Besonders die nette Keltin. Sie war Moderatorin des Forums und etwas besonderes. Ihr religiöses Erleben war nicht aus schlechten Romanen und Esobüchern abgekupfert. Sie studierte damals Sprachen und konnte Wissenschaftlerin und gleichzeitig Heidin sein, ohne diese beiden Sphären unappetitlich zu vermischen. Ganz im Gegenteil. Das nötigte mir schwer Respekt ab. Vor beiden Spähren in ihr.

Sie verschwand bald aus dem Forum. Andere Dinge standen wohl im Vordergrund. Jahre später versuchte ich, sie auf FB anzufreunden, und schrieb selbstverständlich eine erklärende PN. Sie reagierte nicht.

Ich habe sie nie kennengelernt.

Birka I und III online

Früher nicht einfach  zu bekommen, bzw. nur bei höheren Wikingerweihen (Vitamin C) oder für viel  Geld antiquarisch, sind Birka I (Die Gräber; Text und Tafeln) und Birka III (Die Textilfunde) jetzt online verfügbar.

Aber nicht vergessen, der Heilige Gral der fremdsprachenschwachen Wikingerei ist sieben Jahrzehnte alt – die gezogenen Schlüsse sind nicht mehr unbedingt Stand der Dinge …  ;-).  Aber allein die Photos …. was es da nicht alles noch zu machen gibt!

Herzlichen Dank für die Arbeit, Birkaprojekt!

P.S.:  Ach, ich freue mich einfach immer noch, dass sie bei mir im Schrank stehen – und darüber, dass jeder jetzt leicht dran kommt.

 

Militaristen

BOAH, gehen mir die Militaristen im Hobby auf den Ihr-wisst-schon-wen. Geschichte gleich Uniformgeschichte und der Rest ist Kollateralgeschichte. Das Jahr teilt sich in Biwaks und die Marketenderinnen machen den Abwasch. Mir ist übel.

2500 Tage!

Sogar einige mehr …. gibt es dieses Blog schon. Es lebt also schon länger als die allermeisten Blogs und es lacht und lächelt immer noch durch die Welt.

Sein Name ist „Im Frühmittelalter“ und so soll es auch bleiben, da es im Jahr 2004 als eines der ersten „Reenactment“-Blogs angefangen hat, im dem es viel um Wikinger und Lager ging. Später kamen noch die Römer dazu und auch Geschichten und Bilder über Veranstaltungen, die wir zusammen mit Museen gemacht haben.

Schon ziemlich bald kam auch Konstantin und das hatte Folgen. Anfangs war er ein noch ein kleiner rotbemützter Kuschelhase. Zwei Jahre später kam Haselheid dazu und die Dinge beschleunigten sich zu einer großen über Deutschland weitverzweigten Familie liebenswerter Hasen, die sich hier deutlich in den Vordergrund drängelte :-))

Lofotr Vikingmuseum

Gestatten Sie mir, dass ich das Loblied auf das Wikingermuseum auf den Lofoten singe!

Die Mischung aus – unbedingt zu erwandernder! – Original-Lokation, fundzentriertem Museum und Rekonstruktion ist ungewöhnlich gelungen. Besonders, wenn Sie noch Roman den Geographen aus Polen zum Führer bekommten, der sich nicht mit wolkigen „Wikingergeschichten“ aufhält, sondern Handwerk, Technik und Ernährung gut und interessant darzustellen weiß.

Das Museumsgelände erstreckt sich entlang einer Hügelkette, auf der sich die wichtigsten ergrabenen Gebäude (Merowingerzeit bis Neuzeit) befinden. Zu Fuß der Hügelkette befinden sich ausgegrabene Bootshäuser. Die Ausgrabungen sind gut beschildert.

Trotzdem sind das rekonstruierte 80 m lange Langhaus und das Schiff für den geneigten Besucher natürlich der Schlager:

Einige Innenräume des Langhaus aus der Wikingerzeit sind entsprechend dieser Zeit eingerichtet, wobei viel Wert darauf gelegt wird, dass Handwerk und Lebensweise sichtbar und erklärbar werden und der Besucher möglichst viel selbst ausprobieren kann.

Ein weiterer Teil des Gebäudes ist Museum für die Funde aus Borg und anderen Fundorten auf den Lofoten, hier z.B. ein Webschwert aus Walbein:

Am Ufer befindet sich ein rekonstruiertes Bootshaus und ein Nachbau des Gokstad-Schiffs, das die Besucher (naja: „unterstützt“) auch rudern dürfen.

Wir waren alle sehr glücklich.

Achja. Das Museumscafe ist wirklich nett! Und der Shop auch.

P.S.: Ein liveARCH Museum.