Die Taschenlampe des Vertrauens

Für Jungs sind Taschenlampen einfach Kult. Damals jedenfalls. Die erste, an die ich mich erinnere, hat Mom mir in Linz gekauft. Linz am Rhein natürlich. Der Zylinder aus blankem Blech, längsgeriffelt. Der Kopf türkis. Schiebeschalter. Innen eine Taschenlampenbatterie. Gibt es heute nicht mehr.

Taschenlampen gingen jedenfalls schneller kaputt als man sich freuen konnte. Natürlich fällt so ein Ding hin, wenn man ein kleiner Junge ist. Einmal, zweimal höchstens, und sie war kaputt. Hundsgemein.

Taschenlampen waren meist von Batterieherstellern. Varta, Daimon und so. Es ist die Zeit vor der Invasion der rosa Hasen. Pardauz und das wars. Später  – zu Zeltengehzeiten –  waren es immer noch die gleichen Hersteller, aber sie waren dicker, mit 4 Babies oder Monos oder so. Bumms, kracks, putt. So ein Dreck.

Als Freizeitwikinger braucht man natürlich wieder eine. Eine Taschenlampe. Für das Zeltaufbauen in Tannenberg in strömendem Regen oder zum K*cken nachts in Christlried. Außerdem brauchen Jungs sowieso eine. Klaro. Mädels bestimmt auch.

Varta, Daimon und die ganze Mischpoke waren nicht mehr angesagt. Hoffentlich sind sie pleite gegangen oder nachts im Wald beim K*cken verhungert. Jetzt gab es MagLite. Sündhaft teuer, aber schwer und wertig und alle sagten, die seien gut. Naja, nicht dass man auf sowas hören sollte, aber die Hoffung von kleinen Jungs ohne Taschenlampe stirbt nunmal zuletzt. So eine mitteldicke mit ordenlich Wumms und Standfestigkeit sollte es sein. Eine mit zwei Babies wurde es. Sogar ein Ersatzbirnchen war eingebaut!

Sie erlauben, dass ihr Loblied singe? Sie überlebte so maches Lager, krachte gerne ordentlich mit Schrammen der Ehre auf Schotter, hatte zeitweise zwar einen obskuren Wackler, ist aber zur Selbstreparatur fähig. Ist definitiv länger wie breit. Ja, genau. Ist doch wahr.

Einziger Nachteil ist trotzdem ihre Standfestigkeit. Glühbirnchen halten nicht durch. Sie schwächeln und funzeln. Das Licht von LED-Taschenlampen hingegen war anfangs weißblau ohne Farbe und MagLite schien mir nicht gerade der Vorreiter neuer Technik zu sein. Letzte Woche  fand ich sie aber endlich: 650 Lumen aus 3 Babies kommen im Vergleich wie ein Flakscheinwerfer und halten viele Stunden durch. Nur hingeknallt ist sie bisher noch nicht. Wenn eine Taschenlampe hinknallt, fühle ich mich wie ein Sechsjähriger. Muss nicht sein. Jedenfalls nicht heute Abend!

maglite

3 Gedanken zu „Die Taschenlampe des Vertrauens“

  1. Oh ja, Taschenlampen sind pflicht.
    Ich habe zwar eine Maglite im Schrank stehen, aber da bleibt sie auch, weil sie mir zu schwer und unhandlich ist.
    Dafür ist schon seit Jahren eine Fenix LD20 mein Begleiter.
    Heute lächelt man nur, wenn man hört, dass sie 180 Lumen hat und man diese in drei Stufen hoch schalten kann.

    Aber vor einigen Jahren habe ich damit sämtliche Jungs zum Staunen gebracht, die zunächst meine kleine Taschenlampe ausgelacht haben…

    Sie passt zur Not auch in eine Hosentasche…

  2. Oh ja, Deine *******-Vergleichsgeschichte mit den Jungs und den Taschenlampen ist auch prima! Ich habe mich riesig amüsiert, als Du sie mir erzählt hast. Und – zumindest was MagLites betrifft – Lampen mit mehr Wumms als Deine Hosentaschenlampe gibt es noch gar nicht lange! 🙂

  3. Doch, schon etwas länger, aber wesentlich teuerer, Geocacher lieben solches Spielzeug.

    Aber damit ist es mir Nachts im Wald viel zu hell und damit bin ich bei meiner kleinen geblieben. Mehr brauche ich einfach nicht.

    Und die ist auch unkaputtbar – sprich sie ist mir schon mehrfach hingefallen und nichts ist passiert…

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