Hima Stolzberg

„Da Ihre Beschäftigung an der Universitäts- kinderklinik auf den Widerstand fast der gesamten Dozentenschaft und insbesondere der Assistenten der Klinik gestoßen ist und daher auch Unzuträglichkeiten mit den Studierenden zu befürchten waren, hat der Führer der Dozentenschaft die Voraussetzung meines Erlasses nicht als erfüllt angesehen und deshalb Ihnen nahegelegt, auf Ihre Beschäftigung an der Klinik zu verzichten. Ich bin unter diesen Umständen leider nicht in der Lage, meine Genehmigung aufrecht zu erhalten.“

Letztens waren wir im Bonner Universitätsmuseum. Ich vermute, dass es für Schulklassenbesuche etc. gedacht ist, quasi zu Werbezwecken, was ja durchaus respektabel ist. Auf der einen Seite Tafeln zur Geschichte der Universität, auf der anderen Seite zu den verschiedenen Fakultäten einige Vitrinen. Spannend fand ich es insgesamt nicht, aber die Geschmäcker sind unterschiedlich.

Ich stand vor den Tafeln zum Nationalsozialismus und fühlte mich unwohl. Professoren, die Opfer wurden, sind genannt, was gut ist, aber von den Tätern und Profiteuren kaum eine Spur. Zumal ich gerade Klemperers Tagebuch lese, stößt mir das sauer auf.

Hima Stolzberg fiel mir da wieder ein. Die gebürtige Kölnerin, die in Münster Medizin studierte dort 1931 promovierte. Eine Anstellung als Ärztin an der Universität Münster wurde ihr  1934 versagt. Siehe oben. Sie durfte sich nur noch als „Sprechstundenhilfe“ bezeichnen.

Hier ist ihre Geschichte als Gedenkblatt. Lohnt sich.

Was ich selbst mit ihr zu tun habe? Das ist vielleicht die Geschichte eines anderen Tages.

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