Wumms no Brain

Also Emmerich ist ja der, bei dem es zwar keine Handlung gibt, aber mit guten Schauspielern immer ordentlich alles in die Luft fliegt. Z.B. in White House Down. Ordentlich viel kaputtes Weißes Haus. Schick. Die Story reicht natürlich nicht mal für Förster im Sliberwald Teil 7. Andererseits kommt jetzt Independence Day II. My Tschenneräjschn. Und geile Besetzung.

Ich bin einfach Fan von Joey King.

Wie man reinruft ….

Sie kam an unseren Stand mit Notizblock und Stift in der Hand. „was führen sie hier vor? warum machen sie das? was interessiert sie daran?“ Aha, die Presse. Von wegen wichtig und Notizblock. Wir,  überrascht von der Frau trotz Interviewerfahrung, antworten etwas stockend, aber das Gespräch kommt langsam in Gang. Naja, nicht so ganz voll sexy spannend wir beiden, das erkenne ich deutlich am Augenrollen ganz hinten auf ihrer Netzhaut. „wie heißen sie? den ganzen namen, bitte!“ (*) Wir zögern. „ja, ohne den ganzen namen kann ich nichts damit anfangen!“, sagt sie. „Wer sind Sie denn? Von der Presse, nehme ich an?“, frage ich freundlich. „MAN KENNT MICH HIER!“, lächelt sie. Ich schweige und gucke sie unwissend an. „ohwasfüreintrolltel“, lese ich auf ihrer Netzhaut. „Helene Schulz, Kalberstadt-Zeitung, geboren am 23.07.1971, wollen sie auch meine sozialversicherungsnummer wissen?“, sagt sie zu mir(**). Ernsthaft. Wow! Wir plänkeln noch ein bischen lächelnd, denn wir sind ja nicht da, um dem Veranstalter schlechte Presse zu besorgen. Endlich geht sie. Schulterzucken unsererseits. Nichts ungewöhnliches.

Ob sie wenigstens „guten tag“ gesagt hat, weiß ich nicht mehr.

Übrigens, eine Stunde später kam ein freundlicher älterer Herr mit Filmkamera, stellte sich vor und fragte, ob er ein paar Aufnahmen für den Offenen Kanal machen könne. „Gerne“, sage ich. Ich hantiere für ihn etwas am Stand rum, erzähle ihm was ich tue und schon hat er das gewünschte Filmmaterial.

Er ging mit einem „Dankeschön“ und war offensichtlich zufrieden.

(*) oder sagte sie lächelnd „gefälligst“?
(**) Persönliche Angaben vergessen, insofern geändert.

Romy

Es war das Kino an der Ecke. Buchhorner Hof. Wir kamen eigentlich täglich daran vorbei auf dem Weg zur Schwemme oder zum Eisessen. Einen Urlaub lang hingen dort die Bilder von nackten Leuten am Pool. Faszinierend. Warum auch immer das in Erinnerung blieb, es blieb. Romy wollte nicht vergehen.

Letztes Jahr lief Der Swimmingpool im Fernsehen. Romy Schneider, Alain Delon, Jane Birkin. Allerhand Pool und ziemlich nackig. Der muss es wohl gewesen sein. Also mal schaun, ob DVB-T Details liefert. Meistens ja nicht.

Hm. Vier langweilige Typen lümmeln sich am Swimmingpool und labern rum. Sexy ist es auch nicht. Vielleicht ein Meilenstein damals. Über die Belanglosigkeit der 68er-Bourgeoisie. Ich schaue es mühsam zu Ende. Schal. Vielleicht hätte ich den Ton abdrehen sollen?

Und jetzt ist ein Remake angekündigt! A Bigger Splash. Ein „Erotik-Thriller“, da schaudert es mich ja eigentlich immer. Klingt verklemmt. Andererseits macht die Besetzung schon was her: Ralph Fiennes und Tilda Swinton.

Das ist so dermaßen multilayer-retro. Mann muss sich seiner Vergangenheit stellen. Vielleicht ist es ja gut? Und trotzdem:

Cool war nur Romy. Damals, am Buchhorner Hof.

Der Negerkönig

Warum sich eigentlich aufregen? Als Kind bekam ich Steuben und Hans Dominik zu lesen und war begeistert. Keiner regte sich darüber auf, dass das das mindestens halbbraune Literatur war. Mehr oder weniger bearbeitet nach dem Krieg.

Bei meinem Lieblingsromancier lernte ich zuerst, dass Verlage die Schreibe als Rohmaterial für ihre Produkte sehen. Korrigiert, lektoriert, sprachlich modernisiert, gekürzt, bearbeitet, aktualisiert und in andere kulturelle Umfelder übersetzt. Je mehr Kinderbuch oder Unterhaltung desto mehr. Ob es überhaupt „einen Autor“ gibt, ist die Frage.

Und dann das Geheule um den Negerkönig. Untergang des Abendlandes! Linksfeministische ZelotInnen richten Kultur und Literatur durch ihren Meinungsterror zugrunde! Wo Schreibe doch eh‘ beliebig durch den Wolf drehbare und umwürzbare Masse ist. Entweder wissen sie es nicht oder sie verschweigen es. Ich bin für letzteres. Weil sie keine Neger wollen und es deswegen praktisch ist, von Negerkönigen zu reden. Das abgrenzt so schön im Kampf der Kulturen.

Ich bin für den Südseekönig. Neger ist eine Herabwürdigung und die Änderung ist minimal. Im meinem Hinterstübchen überlege ich gerade, ob man nicht vielleicht besser Thomas und Annika streichen könnte? Ach nee, dann verschenke ich lieber ein anderes Buch. Was schade wäre: Kinder sind ja schließlich keine Volltrottel. Aber der dicke Bauch vom Südseekönig sieht so einfach besser aus.

P.S.: Ich habe mir gerade Andreas Nohls Neuübersetzung von Tom Sawyer & Huckleberry Finn bestellt. 100 Seiten Anhang 🙂 . Mal sehen, wieviel sich seit meinem Kommunionsgeschenk geändert hat. Oder vorher.