Margalit. Oneg Schabbat.

„Ich möchte, dass man sich an meine Frau erinnert, Gela Sekstein. Sie hat in den Kriegsjahren als Erzieherin und Lehrerin mit Kindern gearbeitet, hat für das Kindertheater Bühnenbilder, Kostüme gemacht … beide bereiten wir uns darauf vor, zusammenzukommen und den Tod zu empfangen.
Ich möchte, dass man sich meiner kleinen Tochter erinnert. Margalit ist heute 20 Monate alt. Sie beherrscht die jiddische Sprache vollkommen und spricht sie perfekt. Mit neun Monaten begann sie verständliches Jiddisch zu sprechen. Ihre Intelligenz entspricht derjenigen von drei- oder vierjährigen Kindern. Ich prahle nicht. Leute, die es erlebt und mir davon berichtet haben, sind die Lehrer in der Schule in der Nowolipki-Straße 68 – Dr. Pollmann, Frau Blit Herzlich, Frau Zagan und andere. Mein eigenes Leben oder das meiner Frau beklage ich nicht. Ich bedauere nur dieses nette und begabte Mädchen. Auch sie verdient es, in Erinnerung zu bleiben.“
Israel Lichtenstein

Oneg Shabbat oder Oyneg Shab(b)es war der Tarnname für das Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos, das während der deutschen Besatzung unter der Leitung des Historikers Emanuel Ringelblum aufgebaut wurde.
Emanuel Ringelblum und auch die Familie Lichtensztajn wurden Opfer der deutschen Mörder.
Nach dem Krieg begannen überlebende Mitarbeiter Ringelblums mit der Suche nach dem verborgenen Untergrund-Archiv. Im September 1946 wurden die zehn Blechkisten mit 1208 Archivalien tief unter den Trümmern des Hauses wiedergefunden. Im Dezember 1950 wurden bei einer weiteren Suchaktion zwei große Milchkannen mit 484 Archivalien geborgen. Von der dritten Abteilung des Archivs fanden sich an anderer Stelle nur eine Anzahl halbzerstörter Blätter. Der vierte und letzte Teil mit Ringelblums letzten Arbeiten aus den Jahren 1943 und 1944 war noch während des Kriegs bei polnischen Freunden versteckt worden und wurde später an das Museum der Ghettokämpfer im Kibbuz Lochamej haGeta’ot (Israel) abgegeben. (Wikipedia)

Oneg Schabbat ist Weltdokumentenerbe der UNESCO.

Lesen Sie ……
Samuel D. Kassow: Ringelblums Vermächtnis. Das geheime Archiv des Warschauer Ghettos, Reinbek bei Hamburg 2010

Und wenn Sie im Internet nach Gela Seksztajn suchen, werden Sie ihre wundervollen Bilder finden. Und wenn Sie genau schauen, auch Margalit.