Das goldene Birka

(EDIT: Formatieränderung wg. Problemen bei der Darstellung.)

Im Sammelband ‚Zwischen Tier und Kreuz‘ (Wachholtz Verlag, 2004) schreibt Birgit Meixner in ‚Die tierstilverzierten Metallarbeiten der Wikingerzeit aus Birka‘:

„Die tierstilverzierten Metallarbeiten Birkas sind ausnahmslos gegossen, in den allermeisten Fällen aus einer Kupferliegierung, nur 15 Stück sind aus Silber gefertigt.“

„Die am häufigsten angewandte Technik“ (der Veredlung) „ist die Vergoldung. Von den vorzustellenden Metallarbeiten aus Birka sind fast 60% vergoldet.“

„Ein Weißmetallbelag kann bei 28 der tierstilverzierten Objekte aus Birka festgestellt werden. Dabei kann es sich um einen partiellen Belag handeln, ….“

Insgesamt zählt Fr. Meixner 224 tierstilverzierte Objekte.

Das ist doch interessant. Erstens ist damit Zinn / Pewter als Gußmaterial ausgeschlosssen, Silber als Gußmaterial ist selten aber mehr als die Hälfte der Objekte ist (von außen) golden!

Natürlich sind die insbesondere die vergoldeten Objekte der ‚Upper Class‘ zuzuordnen, sie waren aber ganz und gar nicht sehr ungewöhnlich oder gar ‚königlich‘, wie oft kolportiert.

4 Gedanken zu „Das goldene Birka“

  1. Moin!
    Es geht doch jetzt aber nur um die „tierstilverzierten Objekte“ ?
    Was sind das für Objekte? Eher Talismane? Schmuck? Gebrauchsgegenstände wie Fibeln? Oder alles quer durch den Garten?
    Wenn das eher nur Talismane wären, hätte Gold ja evtl. eine besondere rituelle Bedeutung?!?
    Bitte ein paar mehr Infos 😉
    LG
    Hallveig

    1. Quer durch den Garten – Spangen, Fibeln, Anhänger, Gürtelzubehör,… Der Band einhält keine Goldstatistik pro Einzeltyp.

      Ich habe gerade mal den Katalog durchgeblättert und finde Vergoldung bei allen Typen (außer ggf. bei Einzelfunden): Ovale Schalenfibeln, große und kleine Rundspangen, gleicharmige Spangen, Kleeblattfiblen, Anhänger, Ringspangen,…. Scheint ziemlich gleichverteilt zu sein, insbesondere nicht gehäuft bei Anhängern.

      Viele Grüße
      Borre
      P.S.: Den Titel des Werkes muss man wörtlich nehmen. Es ist eine Untersuchung nur der tierstilverzierten Arbeiten im Stil III/E, Oseberg 9%, Borre 62%, Jelling 26%, Mammen. Arbeiten z.B. in „orientalischem“ Stil, Lunulae etc. werden nicht betrachtet, somit ist hier über Vergoldung nichts ausgesagt.

    2. Wenn die tierstilverzierten Dinge quer Beet vergoldet waren, scheint das ja dann wohl eher keinen tieferen Hintergrund zu haben… Modeerscheinung? Oder einfach leicht herzustellen? *hmmm*

    3. Tja, ich würde es wohl als Mode/Luxus sehen. Als Vergoldungstechnik wird die Feuervergoldung angenommen. Das Stück wird mit einer Gold/Quecksilberlegierung überzogen und das Quecksilber wird in der Hitze abgedampft. Kein sehr gesunder Job :-(, aber nicht schwer zu machen.

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