Plattengenieteter Kessel

Unser bisheriger Lagerkessel hat zwei Jahre gute Dieste geleistet. Natürlich ist er mittlerweile schön schwarz geworden, wie in Lunulas Ribe-Beitrag zu erkennen. Nicht übel, besonders, wenn ich ihn mit den emailierten Wildwest-Kesseln in Tannenberg 2006 vergleiche :-(.

Und doch – zu unserem Dreibein und dem Mästermyr-Feuerrost
passt er nicht mehr. In Ribe habe ich den Schmied Keitel getroffen, einen aus Eisenplatten genieteten Kessel bestellt und in Tannenberg geliefert bekommen.

Hier ist er:

Bisher haben wir ihn noch nicht benutzt, er muss auf der nächsten Veranstaltung noch mit ca. 8 Liter Haferschleim dicht gekocht werden. Ich weiss bloß noch nicht, wohin mit dem Haferschleim (*bäh*).

Zahlreiche Bilder von Kesseln gibt es in den Cauldron Archives.

Das goldene Birka

(EDIT: Formatieränderung wg. Problemen bei der Darstellung.)

Im Sammelband ‚Zwischen Tier und Kreuz‘ (Wachholtz Verlag, 2004) schreibt Birgit Meixner in ‚Die tierstilverzierten Metallarbeiten der Wikingerzeit aus Birka‘:

„Die tierstilverzierten Metallarbeiten Birkas sind ausnahmslos gegossen, in den allermeisten Fällen aus einer Kupferliegierung, nur 15 Stück sind aus Silber gefertigt.“

„Die am häufigsten angewandte Technik“ (der Veredlung) „ist die Vergoldung. Von den vorzustellenden Metallarbeiten aus Birka sind fast 60% vergoldet.“

„Ein Weißmetallbelag kann bei 28 der tierstilverzierten Objekte aus Birka festgestellt werden. Dabei kann es sich um einen partiellen Belag handeln, ….“

Insgesamt zählt Fr. Meixner 224 tierstilverzierte Objekte.

Das ist doch interessant. Erstens ist damit Zinn / Pewter als Gußmaterial ausgeschlosssen, Silber als Gußmaterial ist selten aber mehr als die Hälfte der Objekte ist (von außen) golden!

Natürlich sind die insbesondere die vergoldeten Objekte der ‚Upper Class‘ zuzuordnen, sie waren aber ganz und gar nicht sehr ungewöhnlich oder gar ‚königlich‘, wie oft kolportiert.

Aussortiert……

Mangels Belegbarkeit im Sinne meines Wissensstands und meiner Darstellung sind folgende Ausrüstungsgegenstände dieses Jahr auf meinem persönlichen Müllhaufen des Reenactments gelandet:

1.) Öl-Dreiflammer, ersetzt durch Talglicht in bikonischer Form.

2.) Große Gürtel-Ledertasche. Schnüff. Muss durch Stofftasche ersetzt werden, die ggf. unter der Tunika zu tragen ist.

Beides tut in praktischer Hinsicht weh, but „you can’t always get what you want.“

Derzeit auf Eis liegt:

Halskette aus Lederband mit 1 Thorshammer und 2 Perlen.

Wo ich mir Sorgen mache:

Visby-Laterne. Wenn jemand das Teil ernsthaft belegen könnte, wäre die Nacht weniger dunkel!