Der anachronistische Zug III: Thorshämmer

… Eilmeldung ….. Eilmeldung ….

Wie gestern aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen war, sind alle Thorshämmerfunde Frauen zuzuordnen – natürlich sofern ein Geschlecht bestimmbar ist. Ausnahme sei der Fund aus Repton (England, 8. Jhdt.).

Ich hatte ja schon bisher so meine Befürchtungen, aber man soll in diesem Hobby ja besser niemand glauben. Mein schneller Check in Birka I bei einer Handvoll Thorshämmer oder Thorshammerringen ist ein Indiz für die Befürchtung:

Thorshämmer sind Frauenschmuck!

Ist das Weltbild eines anständigen Wikingers damit nicht genug angekratzt? NEIN – es kommt noch schlimmer:

Bei Wladyslav Duczko (Viking Rus, 2004) ist zu lesen, dass zu vermuten ist, dass Thorshämmer (jedenfalls in der Zeit Ihrer größten Verbreitung im 10. Jhdt.) christliche Symbole waren.

Thorshämmer sind christlich!

Wessen Weltbild soll da nicht zusammenstürzen! Wikinger hatten keine Hörnerhelme, keine Trinkhörner am Gürtel, trugen als Mann keine Thorshämmer, hatten christliche Frauen und keine Brettchenborten in Schnurbindung und ich befürchte, dass sie auch nicht alle wie K.u.K.-Husaren aussahen.

Schrecklich!

Demnächst mehr Belege in diesem Programm.