Zwei neue Bänke

Zu viert unterwegs, wie nächste Woche wieder, ist mit nur zwei Bänken nicht das Wahre, besonders wenn liebe Gäste vorbeischauen. Unsere eigenen Bänke sind heute fertig geworden, ihnen fehlt freilich noch die rustikale Patina, die sich aber bestimmt bald einstellen wird 🙂 .

Schwierig ist eigentlich nur das Bohren der Löcher für die schräg stehenden Beine. Ich habe dafür zwei gekreuzte „Türkeile“ benutzt – die Schräge liegt ja in zwei Dimensionen – und dann senkrecht gebohrt. Nicht gerade der Weisheit letzter Schluss und unheimlich schwer zu halten (vom Arbeitsschutz mal ganz zu schweigen).

Hier sind die Bänke – Hurra!

Heute ist auch meine Saxscheide fertig geworden. Sie ist wunderschön. Ein andermal mehr dazu!

Thorsberghose I

Mein fleißiges Lesen am letzten Wochenende in den „Textilfunden aus dem Hafen von Haithabu“ hat mich überzeugt, dass die Thorsberghose die beste Lösung ist, um vom „Jogginhosenschnitt“ loszukommen.

Zwar stammt die Thorsberghose aus dem 3. Jahrhundert, im Hafen von Haithabu wurden aber Stoffreste gefunden, die als Hosenzwickel vom Thorsbergtyp interpretiert werden. Ansonsten sieht es nämlich mit Hosenfunden aus dem Skandinavien der Wikingerzeit sehr schlecht aus.

Schematische Zeichnungen der Thorsberghose sind leicht zu finden, das Schnittmuster ist bei Burda leider nicht erhältlich. Also habe ich mich erst einmal an ein Papiermodell gemacht, um zu verstehen, welche Schnittkanten wo passen müssen, und das Ganze zusammengeklebt.

Von vorne:



Von Hinten:



Und wieder auseinandergeschnitten:




Aha. Ich habe es so ungefähr kapiert. Wenn man keinen Kartoffelsack produzieren will, muss man vorher fleißig messen….

Wikinger und Doppeläxte?

In Darstellungen der Medien aller Arten werden „Wikinger“ ja gerne mit schaurigen Doppeläxten dargestellt. Andererseits wird in der Reenactment-„Szene“ gerne gesagt: „Wikinger hatten keine Doppeläxte“.

An diesem Wochenende bin ich beim Bahnfahren endlich mal wieder dazu gekommen, viele Stunden in den Haithabu- und Birka-Bänden zu lesen und siehe da, drei Doppeläxte wurden in Birka gefunden. In Birka II:2 S. 47 werden Sie als Streitäxte nicht skandinavischer Herkunft bezeichnet. Sie kommen aus dem Osten, im Baltikum, Russland und Ungarn gibt es zahlreiche Funde, in Schweden einige verstreute Exemplare.

„Glücklicherweise“ handelt es sich nicht um den Typ Fantasy-Monsteraxt mit zwei gleich großen Schneiden :-)) !

Hier die Axt aus Birka Grab 909, Umriss des rostigen Axtkopfs nachgezeichnet nach Birka I, Tafel 14, Bild 9. Länge des Kopfes 180 mm. Die Füllung des Umrisses und die ungefähre Lage des Stiels sind von mir ergänzt: