Die Schlacht von Eu

Eu ist vorbei. 11 Tage Village Viking in der Normandie war mein längstes Reenactment bisher und es war wunderschön.

350 Reenactors aus 14 Ländern haben an der Veranstaltung am Fuße des Schlosses von Eu teilgenommen, die bei fast 20000 Besuchern ein voller Erfolg war. Das Wetter war, bis auf zwei Nächte mit sehr starkem Regen, bei dem wir glücklicherweise trocken geblieben sind, schön und es hat uns großen Spaß gemacht, was besonders unseren netten Nachbarn und der phantastischen Organisation zu danken ist.

Die Stadt Eu hat das Village Viking mit vollem Herzen unterstützt und ich möchte daher hier dem Maire d’Eu, der Association du Millénaire, den Sponsoren, die uns Nahrung und Holz umsonst lieferten, dem Reinigungspersonal (ganz wichtig!), das trotz Sonn- und Feiertagen arbeitete, Jerome und allen anderen Beteiligten meinen ganz herzlichen Dank abstatten. Nicht zu vergessen natürlich Gawan Dringenberg von den Freien Kölner Wikingern, dem Organisator seitens der Reenactors.

Klar, das Village Viking bietet reichlich Material für Blogeinträge. Da die Schlachten besonders gelungen waren, sowohl für die Teilnehmer als auch für die Besucher (was durchaus nicht immer der Fall ist), bringe ich hier Photos von der Erstürmung des Templerkastells. Selbst das Kastell mit Graben wurde von der Stadt Eu erbaut!

Äh – Templer? Ja, auch ein großes hochmittelalterliches Templerkontingent hat als Bewohner und Verteidiger des Kastells am Village Viking teilgenommen!

Ein Schildwall der Angreifer. Links die Normannen des elften Jahrhunderts, erkennbar an den Langschilden, rechts „frühere“ Wikinger mit Rundschilden.

Angriff auf die Palisaden.

Erstürmung des Tors.

Ein Templer fällt.

Und etwas friedliches zum Schluss: Die Versammlungseiche. Eine meiner Leserinnen ist auch drauf 😉

Vive la Normandie!

Gewandung für Eu.

Röchel. Ich habs geschafft. In 2 Tagen eine Hose und eine Tunika geschneidert. Ich glaube, weltbester Schneider (um es mit Karlsson zu sagen) werde ich nicht. Immerhin, jetzt habe ich für Eu genug anzuziehen.

Nach Eu beginnt dann das Projekt Klappenrock. Mann! Den kann man nicht so einfach zusammentackern. Allein dieser handgewebte Diamantköper (*lechz*)!

Saxbau

Bereits vor genau einem Jahr habe ich in Schleswig eine große Saxklinge gekauft. Fast ein Jahr lang lag sie bei mir herum, wurde gelegentlich interessierten oder weniger interessierten Bekannten gezeigt, aber es geschah nichts weiter. Ich traute mich nicht recht an die Sache ran und Material für den Griff hatte ich auch nicht.

Bei einem (nicht gewandeten) Ausflug auf den Markt von Schloss Burg fielen mir dann zwei große und schöne Geweihstücke in die Hände und ein Jahr Reifezeit für die Klinge war ja auch wahrlich genug.

Ein freundlicher Mitwikinger (selbst Schmied und Messerbauer) half mir mit einem 6 mm Drillbohrer für das Angelloch praktisch und moralisch über die erste Klippe. Mit dem Bohrer und diversen Feilen werkelte ich, bis die Angel passte. Da das Angelloch an der Öffnung beim Feilen und Bohren zwangsläufig weiter wird als die Angel, beschlossen wir, aus ästhetischen Gründen noch ein Stück Birkenholz anzusetzen:

Klinge (abgeklebt), Geweih und Birkenholz (genau auf die Angel passend):


Das ganze zusammengesteckt:


Mit grob abgeraspeltem Griff:


Richtig authentisch wäre es, die Angel mit Holzkeilen und Birkenpech zu befestigen. Verkeilen geht schlecht, da das Birkenholz im Weg ist – und Birkenpech? Ich habe zwar welches aus Düppel da, aber mich graut es sehr davor, dass die Klinge (scharf!) wie ein Bumerang ab geht. Die Alternative ist Uhu Plus Endfest…..

Beim Festwerden des Klebers:


Am Schluss dann schleifen, polieren und ölen….

Die fertige Sax! Hurra!