Keine Wikinger in Satzvey?

Eigentlich wollten wir ja „nur“ das Textilmuseum in Kuchenheim (Euskirchen) besuchen.

In Kuchenheim wurde die Textilfabrik Müller (um 1900 gegründet) 1961 geschlossen, aber nicht abgebaut. Der Besitzer, Herr Müller, hoffte auf bessere Zeiten, die jedoch nie eintrafen, um die Fabrik wieder in Betrieb zu nehmen. 1990 ging die Fabrik in den Besitz des Landschaftsverbands Rheinland über, der ein Museum daraus machte – und das nicht ohne Grund: Fast alle Maschinen dieser von einer großen Dampfmaschine angetriebenen Volltuchfabrik sind noch vorhanden, funktionsfähig und werden vorgeführt! Reißen, Kardieren, Schären, Spinnen, Weben, Walken,…..

Ein ausgesprochen spannender und lehrreicher Besuch, den ich allen nur empfehlen kann.

Am Museum hing ein Plakat, das darauf hinwies, das heute auch Ritterspiele auf Burg Satzvey seinen, zu denen Lunula und ich ja eine besondere Beziehung hegen. Nur 10 km weiter. Na gut.

Begrüßt wurden wir von der Musik der begnadeten Filia Irata:


Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfuhren wir, dass Wikinger bzw. Frühmittelalterliche bei den Ritterspielen auf Burg Satzvey nicht mehr erwünscht sind. Soso. Wie gut, dass wir nicht in Gewandung da waren, wir wären wohl eh etwas overdressed gewesen.

Die örtliche Frau Gräfin (voll echt!) hat übrigens einen Mittelalterroman geschrieben, den man sich signieren lassen konnte (Ehre!), und der abends dann aufgeführt wurde. Worauf wir dann aber lieber verzichteten (Kunstbanausen!).

Viel besser ist die großartige Anbrutzel- und Rühreipfanne, die Lunula bei dem netten Schmied erhandelte und die in unserem nächsten Lager dann eingeweiht wird:


Angeblich war sie deswegen so teuer, weil sie eine Woche zuvor Vizemeisterin im internationalen Pfannentennisturnier mit Brötchen statt Ball wurde. Hat jedenfalls der Schmied hehauptet.

Das erste eigene Lager – Gross-Pinnow 2005

Es war schön. Sehr schön. Mjam.

Gross-Pinnow 2005 war die erste Veranstaltung, bei der Borre und Lunula mit einem eigenen Lager teilnahmen. Der Wettergott war zwar in der Uckermark nicht allzu gnädig, es war eher kühl und geregnet hat es auch nicht nur einmal, aber das Zelt ist dicht (*jubel*) und während des Kochens blieb es immer trocken:


Kochen über Holzfeuer macht Spaß, sofern der Veranstalter trockenes Holz liefert. Frisch gefälltes Holz, das sogar treibt, brennt nicht. Plünderungsaktionen und Baumärkte helfen weiter in einer Angelegenheit, über die man lieber die Pommernschafdecke des Schweigens breitet.

Auf unserer Stielpfanne (Fladenbrot!) und unserem 6-Liter Topf war immer gut und üppig was los (*mjam*), was unsere Lagernachbarn schnell von unseren Kochkünsten überzeugte. Neben uns lagerte eine kleine, aber feine Templerkomturei und ein begnadetes Gauklerpärchen, mit denen wir uns banketttechnisch zu üppigen Drei-Gänge-Menüs zusammentaten (*schlemm*).

Off topic, was Kochkünste betrifft:

Wir haben in den in Ribe erstandenen plattenvernieteten kleinen Töpfen Haferbrei gekocht, um sie abzudichten. Ich habe allerdings vor dem Kleister verweigert (*graus*). In den nächsten Lagern kann dann Tee in diesen schönen Töpfen gekocht werden.


 

Ein Stilleben mit Kompromissen


Leineneimer: Eine praktische Alternative zu authentischen geböttcherten Eimern. Freilich aus Schweizer Armeebeständen….
Kleine Spülbürste: Borsten an Holz. Supi.
Axt: Marke Bauhaus. Lack und Logos abgeschliffen. Eschenstiel geölt.
Seltsamer Jutesack auf Bank: Bei genauerem Hinsehen findet man den roten Griff eines Plastikkanisters :-))

Es gibt viel zu tun 😉

Viele Grüße – Borre