Zelbau VI: The Final Cut

Fertig. Endlich.

Nach diversen kleinern Katastrophen, deren größte war, dass der Stoff am Ende meines Urlaubs geliefert wurde, in dem genäht werden sollte, ist das Wikingerzelt (fix und) fertig:


(Die Benzel zum Schließen des Zelts fehlen auf diesem Photo noch, sind aber mittlerweile angenäht).

Wir haben zu viert die Planen für zwei Zelte genäht, und so manche Lehre genommen. So ein Zelt hat unglaublich viele Nähte – zum Teil Vierfachnähte und an bestimmten Punkten acht Lagen Stoff! Zum Glück hatten wir eine Industrienähmaschine zur Verfügung.

In der Urlaubswoche habe ich mit Lunula zunächst einen 4m x 1,75 m Tisch aus Dielenbrettern „gezimmert“, der das Schneiden und Nähen extrem erleichterte. Wir habe oft zu dritt genäht: Eine Person (1) bediente die Nähmaschine, die zweite Person (2) saß auf dem Tisch und zog den genähten Stoff von der Nähmaschine weg und die dritte Person (3) lieferte den zieharmonikamäßig gefalteten Stoff in Richtung Nähmaschine nach.

Das Zelt ist übrigens noch 20 cm breiter geworden: 2,80m. Das zukünftige Bett wird so besser passen.

Die erste Saison mit eigenem Lager kann also eeendlich beginnen. Hooooray!

Lagertermine

Die Saisonplanung läßt sich gut an, die Termine stehen jetzt unter „Meine Termine“ in der linken Spalte des Blogs. Ein paar mehr dürfen es freilich noch werden.

Ich hoffe, man sieht sich!

1 Jahr Borre (et „Le Poison“)

Hallo Allerseits,

auch ich will es nicht versäumen, meinen ersten Blog-Geburtstag zu feiern. Ich hoffe, einigen von Euch manchmal mit lustigen und interessanten Beiträgen eine Freude gemacht zu haben. Es wäre mir eine Ehre.

Mir macht es immer noch soviel Spaß wie am Anfang. Ich habe meistens keine Probleme mit den „wichtigen“ Autorenbloggern, Bloggerkriegen, Sexbloggern, Sexbloghassern, Fakern, mutmaßlichen Spaßbremsen und sonstigen Wichtigtuern wie auch ich es manchmal bin, denn sonst würde ich ja kein Blog schreiben. :-)) Ein „Themenblog“ hat für mich den großen Vorteil, dass ich nicht so schnell in Gefahr komme, die Wichtigkeit meines Seelchens laufend in der Öffentlichkeit auspressen zu wollen wie eine Zitrone (sehr frei nach Baudelaire).

Vor Kurzem schrieb mir eine freundliche Bloggerin:

„Wofür ich mich allerdings immer begeistern kann, das sind die Erzählungen von Leuten, die eine Passion haben, die mit Leidenschaft einem Hobby nachgehen. Zudiesen zähle ich Sie und deshalb lese ich bei Ihnen.“

Passion„! Dieses schmeichelhafte Wort hatte ich ja noch nie für mich benutzt. Dazu und zu dem „wie Zitronen pressen“-Vergleich fällt mir immer Baudelaire ein. Bitteschön, ein Gedicht aus den Fleur du Mal (Die Blumen des Bösen) von Charles Baudelaire:


Le Poison

Le vin sait revêtir le plus sordide bouge
D’un luxe miraculeux,
Et fait surgir plus d’un portique fabuleux
Dans l’or de sa vapeur rouge,
Comme un soleil couchant dans un ciel nébuleux.

L’opium agrandit ce qui n’a pas de bornes,
Allonge l’illimité,
Approfondit le temps, creuse la volupté,
Et de plaisirs noirs et mornes
Remplit l’âme au delà de sa capacité.

Tout cela ne vaut pas le poison qui découle
De tes yeux, de tes yeux verts,
Lacs où mon âme tremble et se voit à l’envers…
Mes songes viennent en foule
Pour se désaltérer à ces gouffres amers.

Tout cela ne vaut pas le terrible prodige
De ta salive qui mord,
Qui plonge dans l’oubli mon âme sans remords,
Et charriant le vertige,
La roule défaillante aux rives de la mort!


Viele Grüße
Borre

P.S.: Ähm, mein Franzeesch ist eigentlich nicht gerade das Beste. Leider habe ich bisher keine (freie?) deutsche Übersetzung im Internet gefunden.

Lagerkessel

Der frisch eingetroffene Lagerkessel ist aus rostendem Stahlblech und fasst 6 Liter:

Benutzung wird ihn wohl schnell dunkel färben. Mir knurrt jetzt schon der Magen, obwohl auf Leckereien wie Tomaten, Paprika und Kartoffen, die aus Amerika stammen, verzichtet werden muss. Also eher Eier mit Speck und diverse Kornbreichen, vor denen es mich gar gruselte, als Lunula noch Hardcorevegetarierin war. Naja, man wächst mit seinen Aufgaben und baut Vorurteile ab. Aber Haferschleim kommt mir nicht in den Kessel!

Gußeisen gab es im Frühmittelalter übrigens noch nicht. Metallene Kessel waren entweder aus Blechplatten genietet,

oder aus einem einzigen Stück Metall getrieben. Zum Thema getriebene Kessel gibt es einen sehr interessanten Thread im Vikingnet.

Den genieteten Kessel auf dem Photo habe ich in Ribe erstanden und er will dieses Jahr endlich eingeweiht werden. Leider ist er zu klein, um eins Suppe führ mehrere hungrige Mäuler zu bereiten.

Alternativen zu metallenen Kessel bestehen aus Ton oder Speckstein, der insbesondere in Norwegen von den Wikingern anstelle des Tons genutzt wurde. Tontöpfe wurden zum Kochen auch direkt ins Feuer gestellt, was ich gerne mal ausprobieren würde. Lunula will ja Anteile an einem Brennofen erstehen…..

P.S.: Email zum Schutz von Oberflächen wird übrigens erst seit Ende des 19. Jahrhunderts eingesetzt – Emailtöpfe sind also Mega-Un-A 😉