Zeltbau IV: Leinölfirnis

Leinölfirnis

Leinölfirnis ergibt den „Lack“ auf dem Holz, der insbesondere verhindern soll, dass das Zeltgestänge „im Einsatz“ verrottet bzw. im Regen stark aufquillt. Leinölfirnis zieht in das Holz ein, wird an der Luft nach einigen Tagen fest und überzieht das Holz dann mit einer schützenden Schicht.

Das Rezept auf der Flasche besagt, dass man den Firnis mit Terpentinersatz verdünnen soll. Dieses Gemisch würde sicherlich schneller und besser in das Holz einziehen – ich wollte aber weder Lunula noch mich mit den Dämpfen vergiften und auch nicht den Keller in die Luft jagen. Leinölfirnis stinkt außerdem eh schon genug. Bäh und igitt.

Der Leinölfirnis zog aber auch ohne Verdünner gut ein. Wichtig ist es, den Firnis oft, z.B. alle 1-2 Stunden bis das Holz nichts mehr aufnimmt, aber dünn aufzutragen. Dickes Einölen führt zu einem klebrigen Brett. Diesen Tip habe ich von freundlichen Mitreenactors bekommen, leider etwas zu spät. Naja.

Warnung: Mit Leinölfirnis getränkte Lappen sind selbstentzündlich! Nicht im Keller etc. liegen lassen!

Das Gestänge

Das Zeltgestänge ist – bis auf Feinarbeiten für die Keilschlitze – fertig:

  1. 2 Bordbretter 2,5 x 15 cm und 2,60 m lang von Lochmitte zu Lochmitte
  2. 4 Giebelbretter 2,5 x 15 cm und 2,80 m lang von Lochmitte zu Lochmitte
  3. 3 Balken 5×5 cm und 3,20 m lang (plus 2 x 16 cm Zapfen)
  4. 1 Balken 7×7 cm und 3,20 m lang (plus 2 x 16 cm Zapfen – alternativer Firstbalken)

Die Zapfen sind 16 cm lang, 4 cm im Durchmesser, der Schlitz ist 8 mm breit, 4,5 cm lang und beginnt 4 cm, nachdem der quadratische Balken in den Zapfen übergeht:

Mein Vorschlag zur Zapfenherstellung für Leute ohne Fräse ist:

  1. Grobarbeiten mit Beitel und Holzhammer
  2. Verfeinern mit Handraspel
  3. Schliff „bis es passt“ mit Schwingschleifer und 40er Körnung
  4. Glätten mit Schwingschleifer und 180er oder 240er Körnung

 

Going to Berlin

Am Gründonnerstag wird das Zeltgestänge nach Berlin geschafft, dem Ort der Zeltplanenschneiderei in der zweiten Woche nach Ostern. Derzeit befindet sich die Plane (100 m x 1, 5 m für 4 Zelte) noch im Zoll in Hamburg.

Die Keile stellen wir in Berlin her, wo dann auch ein Pow-Wow über Herrn Nesges guten Vorschlag mit den Schrauben gehalten wird (SOWAS von Un-A!).

P.S.: Vielen Dank an meinen Vater, der uns bei der Beitelei eine große Hilfe war.

2 Gedanken zu „Zeltbau IV: Leinölfirnis“

  1. Resümee Palmwochenende Was tun Lunula und Borre am Palmsamstag? Sie gehen die Saison eröffnen (siehe in Kürze bei Lunula) bei Nieselregen.
    Was tun sie am sonnigen warmen Palmsonntag? Richtig: Sie stehen im dunklen Keller und atmen eine aromatische Mischung ein aus Leinöl, Holzstaub und Schweiß. Lecker.
    Aber echt: Soo schlimm riecht Leinöl nun auch wieder nicht. Manche Menschen (ich auch) nehmen das sogar zum Zubereiten von Speisen.
    Tja, und leider ließ sich die Abfolge aus logistischen Gründen nicht andersrum machen.

  2. Ergänzung …des Datenmaterials:
    ich habe gerade mit Hilfe von Herrn Pythagoras ausgerechnet, dass der Abstand zwischen der Mitte des Bordbretts und der Mitte des Firstlochs 2,47m betragen müsste. Der Abstand vom Boden bis zur Giebelkreuzung – das wäre dann die Höhe, in der der Balken zum Spannen des Vorzelts eingelegt wird – beträgt also schätzungsweise 2,60m.
    Wichtige Info für alle Leute, mit denen wir mal ein gemeinsames Vorzelt aufspannen wollen!

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