Auf nach Groß-Raden!

Groß-Raden bei Sternberg in Meck-Pomm war im 9. und 10. Jahrhundert ein altslawischer Tempelort – das Heiligtum des Stammes der Warnower.

Von 1973 bis 1980 von Professor Ewald Schuldt (1914-1987), ausgegraben, entsteht seit 1987 eine Rekonstruktion der Siedlung als Freilichtmuseum.
In wundervoller Umgebung an See und Wald gelegen, sind die wiederaufgebauten Blockhäuser, Flechtwandhäuser, Wehranlagen, Tempel und Burgwall zu besichtigen. Auf dem See schwimmen altslawische Schiffe ….

Lunula und ich waren vor zwei Jahren schon mal da und haben die freundliche Wikingerin kennengelernt, die uns später unsere Wendeschuhe gemacht hat. So sah es damals aus:




(Demnächst dann Bilder von 2005!)

An Ostern findet ein frühmittelalterlicher Händler- und Handwerkermarkt statt. Lunula und ich, eine Freundin, die Lunula allerdings erst einkleiden muss, und noch zwei Mitwikinger packen die Gewandung ein und nix wie hin! Umso mehr, als Lunula ja eine Wikingerin mit deutlich slawischem Einschlag ist und auch Borre im Ostseeraum lokalisiert ist ….

Zeltbau IV: Leinölfirnis

Leinölfirnis

Leinölfirnis ergibt den „Lack“ auf dem Holz, der insbesondere verhindern soll, dass das Zeltgestänge „im Einsatz“ verrottet bzw. im Regen stark aufquillt. Leinölfirnis zieht in das Holz ein, wird an der Luft nach einigen Tagen fest und überzieht das Holz dann mit einer schützenden Schicht.

Das Rezept auf der Flasche besagt, dass man den Firnis mit Terpentinersatz verdünnen soll. Dieses Gemisch würde sicherlich schneller und besser in das Holz einziehen – ich wollte aber weder Lunula noch mich mit den Dämpfen vergiften und auch nicht den Keller in die Luft jagen. Leinölfirnis stinkt außerdem eh schon genug. Bäh und igitt.

Der Leinölfirnis zog aber auch ohne Verdünner gut ein. Wichtig ist es, den Firnis oft, z.B. alle 1-2 Stunden bis das Holz nichts mehr aufnimmt, aber dünn aufzutragen. Dickes Einölen führt zu einem klebrigen Brett. Diesen Tip habe ich von freundlichen Mitreenactors bekommen, leider etwas zu spät. Naja.

Warnung: Mit Leinölfirnis getränkte Lappen sind selbstentzündlich! Nicht im Keller etc. liegen lassen!

Das Gestänge

Das Zeltgestänge ist – bis auf Feinarbeiten für die Keilschlitze – fertig:

  1. 2 Bordbretter 2,5 x 15 cm und 2,60 m lang von Lochmitte zu Lochmitte
  2. 4 Giebelbretter 2,5 x 15 cm und 2,80 m lang von Lochmitte zu Lochmitte
  3. 3 Balken 5×5 cm und 3,20 m lang (plus 2 x 16 cm Zapfen)
  4. 1 Balken 7×7 cm und 3,20 m lang (plus 2 x 16 cm Zapfen – alternativer Firstbalken)

Die Zapfen sind 16 cm lang, 4 cm im Durchmesser, der Schlitz ist 8 mm breit, 4,5 cm lang und beginnt 4 cm, nachdem der quadratische Balken in den Zapfen übergeht:

Mein Vorschlag zur Zapfenherstellung für Leute ohne Fräse ist:

  1. Grobarbeiten mit Beitel und Holzhammer
  2. Verfeinern mit Handraspel
  3. Schliff „bis es passt“ mit Schwingschleifer und 40er Körnung
  4. Glätten mit Schwingschleifer und 180er oder 240er Körnung

 

Going to Berlin

Am Gründonnerstag wird das Zeltgestänge nach Berlin geschafft, dem Ort der Zeltplanenschneiderei in der zweiten Woche nach Ostern. Derzeit befindet sich die Plane (100 m x 1, 5 m für 4 Zelte) noch im Zoll in Hamburg.

Die Keile stellen wir in Berlin her, wo dann auch ein Pow-Wow über Herrn Nesges guten Vorschlag mit den Schrauben gehalten wird (SOWAS von Un-A!).

P.S.: Vielen Dank an meinen Vater, der uns bei der Beitelei eine große Hilfe war.

Anonymität und so …..

Vorgestellt …
… habe ich mich in meinem ersten Beitrag so:


„Wer ich bin: Borre heisse ich hier und dabei wollen wir es belassen. Borre ist ein Kunststil der Wikinger, den ich sehr liebe. „


Das was Borre so denkt und treibt ist wirklich und ein wichtiger Teil von mir. „Borre“ ist auch ein bewußt gewählter Anonymus, denn ich will unbefangen und auch manchmal ein wenig ironisch/satirisch schreiben können.

Ironisch/satirisch?
Ich habe es erst lernen müssen, nicht unhöflich oder verletzend zu sein. Zwei meiner Beiträge habe ich wieder Offline gestellt und meine Kommentare hier und anderswo waren auch nicht immer gelungen.
Nicht ohne Grunde sprechen sich viele BloggerInnen mit Herr/Frau und „Sie“ an: So schützt man sich und andere vor der Überschreitung der Grenze zum „zu-persönlich-werden“. Am Besten kommentiert man immer mit kühlem Herzen – besser einmal zu wenig oder sicherheitshalber noch einmal darüber geschlafen.

Weit her ist es mit meiner Anonymität nicht
Außerhalb der „Mittelalterzene“ wissen ziemlich viele Menschen, wer Borre wirklich ist, durchaus auch solche, die mein Privatleben ansonsten einen feuchten K. angeht. In der „Szene“ habe ich niemandem erzählt, dass ich ein Blog als Borre führe, aber aufgrund der vielen Details, wie z.B. Photos meiner Ausrüstung, bin ich natürlich für Bekannte leicht erkennbar. Wenn der Zeitpunkt kommt, da das Pseudonym sinnlos wird, wer weiss, vielleicht gibt es dann hier auch „richtige“ Photos von mir, was dann natürlich mit Lunula abgestimmt sein will…..

Ja und daher ich schätze es gar nicht, „deftige“ Beiträge über den Menschen, der auch Borre ist, hier oder in anderen Blogs zu finden.

Frieden und Freundschaft.
Ár ok friðr.

Keine Bierflaschen im sichtbaren Bereich – Die Lagerausrüstung

Lunula und Borre brauchen dieses Jahr – und etwas schneller als geplant – eine eigene Lagerausrüstung.

Das Zelt bleibt zu ….

„Kein Plastik im sichtbaren Bereich“ lautet die goldene Grundregel, was dieses Jahr wohl noch heißt, dass die Zelttür nicht offen bleibt. Schafsäcke, warme Decken usw. sind aus dem letzten Jahr, in dem wir dankbar in befreundeten Zelten Obdach fanden, natürlich noch vorhanden.

Ach ja: „Keine Bierflaschen im sichtbaren Bereich“ ist eine ausgesprochen sinnvolle Erweiterung zu „Kein Plastik…..“ – leider offenbar SEHR schwer durchzuhalten/durchzusetzten. Sigh. Ein Wikingerlager des morgens bei Sonnenaufgang … und überall leere Bierflaschen …. sigh …..

Die Feuerstelle und so ……

ist noch unvollständig. Holzhacken werde ich wohl im Garten noch etwas üben :-)) Geht noch nicht so richtig flüssig von statten….

Sitzgelegenheiten…

müssen noch gezimmert werden. Glücklicherweise bietet das Internet hier reichlich Anleitungen. Und seit Erfindung der Stichsäge (hüstel)

Das Auto ….

…ist gekauft. Ein netter Kombi. Juchz!

Die ToDo-Liste…..

Und hier ist die ToDo-Liste (klick mich!),
die ich ab jetzt pflegen werde.

In Rot die ganz dringenden Dinge. Ihr – und besonders Lunula – ergänzt bestimmt noch so manches in den Kommentaren!

ToDo-Liste

Mal wieder ein Update auf der ToDo-Liste. Das Lager ist für das „erste Jahr“ schon recht vollständig und sieht gut aus, besonders seit die Tischbeine keine A-Böcke mehr sind. Bis Eu will ich noch einiges Nähen. Und es fehlt mir ein dediziertes Handwerk für Borre.


Die Lagerbau-ToDo-Liste 2005

Das Teil Stand der Dinge
Auto (Kombi) Gekauft.
Autofeuerlöscher Bei einigen Lagern/Märkten Pflicht. Gekauft.
Axt zum Feuerholzspalten Habe eine Axt im Baumarkt gekauft, alle Lackierungen abgeschliffen und den Eschenstiel neu geölt. Bisschen groß vielleicht, das Teil. Mittlerweile geschärft. Nicht allzu sexy das Teil.
Bodenplanen Im Baumarkt kaufen. Eine neue muß her!
Dreibein für die Feuerstelle Vorhanden. Oseberg-Stil: Tordiert mit Krallen.
Feuerschale Vorhanden.
Geschirr (persönlich) Becher, Teller und Besteck sind vohanden (Unglasierter Ton, Holz, Horn)
Geschirr (gemeinsames) 1 „Blumenvase“ und 1 Akru-Krug vorhanden/gekauft. Naja.
Klappspaten Gekauft.
Kleidung und Schmuck für Sie und Ihn Zwar nicht winterfest, aber vorhanden: Tuniken, Hosen, Kleider, Trägerröcke, Wendeschuhe, Holzschuhe, Gürtelgarnituren, Gürteltaschen, Messer, Thorshammer, Glasperlen, Lunula-Anhänger, Borre-Tieranhänger, Jellinge-Schildkrötenbroschen, Schlüssel, Ringfibeln, „Walküren“-Anhänger, Mütze, Schere,….
Sieht gut aus (aber natürlich verbesserbar!). Vielleicht eine „schärfer definierte“ Darstellung in 2006?
Messerbau Ich kenne da einen netten Schmied, mit dem ich demnächst basteln will.
Seil zum Abspannen des Zelts Flachsschnur erworben. Darf noch etwas mehr sein.
Sitzgelegenheiten für 4 Personen Zwei Bänke von netten Mitwikingern ausleihbar. Im Winter selber zimmern.
Spanngurte für den Dachgepäckträger Gekauft.
Steckbett Luxus pur. Noch in 2005?
Tisch Selbst gezimmert!
Töpfe 2 Ribe-Töpfe aus genieteten Blech vorhanden. Die Abdichtung mit Milch/Haferschleim fehlt noch. Eigentlich aber zu klein. Ein 6-Liter Topf aus einem Stück ist auch angeschafft.
Truhen Aus Korb oder Holz. Voraussetzung für „Kein Plastik im aufgeräumten Zelt“. Mal sehen, was mich so anlacht, zumal Rattan ja pfui ist 😉 Im Baumarkt gibt es Holzkisten ohne Deckel. Holzdeckel mit festgenagelten Ledergelenken anbauen. Geplant für Eu, damit man nicht immer diese Plastikkisten verstecken muss… Irgendwann mal was schickeres/authentischeres herstellen.
Wadenwickel Seufz. Mein Webkamm ist wohl nicht geeignet, zumal ohne viel Übung wohl ein ziemlich unansehnliches Ergebnis zu erwarten ist. Erstmal bis zum Aufkommen besserer Ideen vertagt. Einfach kaufen ist mir zu blöd und zu teuer.
Wasserkanister Gekauft. Alternativ Leineneimer und Holzeimer vorhanden.
Wiki-Zeltgestänge Fertig. Selbst gebastelt.
Wiki-Zeltplane nähen Zelt ist fertig und todschick.
Wintermantel Der Klappenrock ist mir eigentlich zu kalt (V-Ausschnitt), für den „Birka-Reitermantel“ habe ich zwar Stoff, aber die mir bekannten Belege überzeugen mich noch nicht so sehr, dass ich den Stoff zerschnippeln mag. Vielleicht doch erstmal eine Klappenrock für kühle Sommernächte? Ansonsten geht natürlich eine viereckige Decke mit Ringfibel auch. Geplant bis Eu.

To be continued.

Authentisches Werkzeug

Nach den vielen Photos mit modernem Werkzeug beim Zeltbau und dem dauernden Nachfragen von Railee nach authentischem Werkzeug: Hier kommen die Bilder von Werkzeugen aus der Schiffswerft in Roskilde.

In Roskilde hat man die vom Grund des Fjords gehobenen Skuldelev-Schiffe mit wikingerzeitlichem Werkzeug nachgebaut – experimentelle Archäologie vom Feinsten. Auf der Werft ist eine große und meist wohldatierte Sammlung von rekonstruiertem und natürlich benutztem Werkzeug für die Holzbearbeitung ausgestellt.

Handaxt – Dänemark 11. Jhdt.

Breitbeile – links London, 11. Jhdt., rechts Haithabu.

Bohrer – links oben Dänische Wikingerzeit; die andereren nicht bzw. unklar beschriftet.

Breitbeile und Bohrer sind auf dem Teppich von Bayeux dargestellt:

Hobel – oben Island 12.-13. Jhdt, Mitte Dublin (Wikingerzeit), unten Mästermyr (Schweden, Wikingerzeit).

Beitel – beide aus Mästermyr (Schweden, Wikingerzeit).

Hämmer, Meißel, Schaber, Kratzeisen, Bohrer, Hobel.

In der Ausstellung „The Vikings in Ireland“, Roskilde 2003 gab es u.a. auch ein Sägeblatt zu sehen.