Musikstöckchen

Herr Nesges wirft mir das Stöckchen zu, weil er nicht weiss, was ich für Musik ich höre. Dem kann ein bißchen abgeholfen werden.

Ich höre eigentlich ziemlich wenig Musik. Musik ist nicht mein Hobby, obwohl ich sie sehr mag – aber eher selten. Normalerweise läuft keine Musik, wenn ich den Computer benutze.

1. Wie viele gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?

Zuhause ca. 5 GB.

2. Die letzte CD, die du gekauft hast…

Depeche Mode – Devotional (DVD).

3. Welches Lied hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?

Keins.

4. Fünf Lieder, die mir viel bedeuten oder die ich oft höre

Die fünf, die mir spontan einfallen, die ich also in letzter Zeit öfter gehört habe:

Eminem: Mosh
Mussorgsky: The Great Gate of Kiev 😉
The Velvet Underground: Heroin
Manau: La tribute de dana
Nancy Sinatra: Bang Bang

Und noch ein Lied vielleicht etwas mehr nach Nesges Geschmack 😉

Nightwish: Nemo (habe ich auf Lunulas und meinem Wikingermuseen-in-Schweden-Urlaub dauernd gehört).

Alles in allem eher queerbeet. Ne Verdi-Oper ist auch völlig abgefahren, natürlich Live. Wovon ich die Agressionskrise kriege, ist Fantasy-Kelti-Synthi-Schmelzli-Krams. Dann lieber nen ordentlichen Headbang. RRRUMMMS.

5. Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?

Zucker bekommt eins, weil ich nicht weiss, was sie neben Extrabreit und Robbie sonst so hört 🙂 , Gartenbahn, weil ich es bei ihm eh nie blicke und er hoffentlich wegen Blog-Kettenbriefen nicht mumpfig ist, Blogmuffel, die ja einen Kommentar mit dem Stöckchen posten könnte.

Zeltbau III: Experimentelle Gegenwart

Ich bin tief davon beeindruckt, wass modernes Werkzeug beim Zeltbau leistet, besonders wenn Lunula und ich gemeinsam am Wikingerzelt arbeiten. Bisher haben sich nützlich erwiesen:

  1. Schwingschleifer
  2. Elektrobohrmaschine
  3. 8 mm Bohrer
  4. 40 mm Boher
  5. Bohrständer
  6. Stichsäge
  7. 130 mm und 110 mm Sägeblätter
  8. Beitel
  9. Handraspel
  10. Raspelvorsatz für den Elektrobohrer
  11. Handfeile

Vieles konnte ich mir leihen und so manches habe ich gekauft……

Bei Ravensgard und auf der Seite von Frojel könnt Ihr über die Originalfunde aus Oseberg und Gokstad nachlesen (in englisch).

Was mir völlig fehlt: „Authentisches“ Werkzeug. Hab ‚ ich nicht und für mein erstes Zelt will ich auch nicht, am Ende dieses Artikels gibt es aber noch ein paar Literaturtips. Experimentelle Archäologie beim Zeltbau scheint mir außerdem wenig originell.

Mit der Stichsäge kann man gut Ecken von Brettern absägen:

Die Löcher für die Seitenstangen bohren sich mit einem 40 mm Bohrer leicht:

Ein Schwingschleifer ist wunderbar beim Rundschleifen und Kanten glätten:

Bei den runden Enden der Längsstangen, die in die 4 cm Löcher der Bretter passen müssen und dann verkeilt werden, haben wir verschiedenes getestet:

Den Beitel,

die Handraspel,

und eine Raspel am Elektrobohrer.

In der Kombination aller drei Werkzeuge geht es wohl am Besten -eine Oberfräse (?) will ich mir dann doch nicht zulegen 🙂

In die Runden Enden der Längsstangen müssen Schlitze für die Keile geschnitten werden. Die beiden Enden der Schlitze haben wir mit einem 8 mm Bohrer vorgebohrt –

den Schlitz dann mit der Stichsäge ausgeschnitten –

und mit der Handfeile nachgearbeitet.

Tips ’n tricks welcome!


Zeltstoff haben wir übrigens bestellt und glücklicherweise haben liebe Bekannte eine Industrienähmaschine…….


Werkzeug aus der Wikingerzeit wurde nicht wenig ausgegraben. Der bekannteste Fund ist wohl die Werkzeugkiste aus Mästermyr, die mit vielen Zeichungen und Abbildungen dokumentiert ist:

Greta Arwidsson and Gösta Berg, The Mästermyr Find, A Viking Age Tool Chest from Gotland, Larson Publishing Company, Stockholm 1999, ISBN 0-9650755-1-6.

Schon alt (Original von 1966), aber wegen der vielen Zeichnungen von Gerätschaften aller Art immer noch begeisternd:

Die Wikinger, 3. Aufl. 1992, Burkhard-Verlag Ernst Heyer, ISBN 3-87117-000-3.

Das rauhwollige pommersche Landschaf

Das rauhwollige pommersche Landschaf ist eine alte und bedrohte (wie auch die Skudde) Schafrasse aus Meck-Pomm, die zu den grobwolligen Schafrassen gehört.

Was das mit dem Frühmittelater-Reenactment zu tun hat? Die „normalen“ heutigen schlichtwolligen Schafe, Abkömmlinge des spanischen Merinos, liefern sehr feine Wolle, während das rauhwollige pommersche Landschaf ein viel „mittelalterliches“ Produkt liefert.

Geeignete Wollstoffe zu bekommen, ist immer schwierig – die eierlegende Wollmilchsau wäre z.B. der mit der Fallspindel handgesponnnene, am Gewichtswebstuhl fischgrätköper- gewebte und mit Färberwaid blau gefärbte grobwollige Landschafstoff – lechz.

Lunula und ich haben heute ein Züchterin von rauhwolligen pommerschen Landschafen besucht, ihr 1 Wolldecke für mich und 1 Fell, 1 Decke und handgesponnenen Wolle (für Lunula) abgekauft. Die Versäuberung der Decke muss ich allerdings nochmal auftrennen und per Hand neu nähen. Die Overlock-Maschine ist doch ZU sichtbar…..

Und hier sind die Schäfchen:

Ein Literaturtip zum Thema Textilien:
Birka Studies Volume 8: Tools for Textile Production from Birka and Hedeby, Eva Andersson, Stockholm 2003, ISBN 91-7209-295-5

أحمد ابن العباس ابن رشيد ابن حماد ابن فضلا

Dies ist die schöne arabische Schrift – transskribiert in lateinische Buchstaben ergibt sich: Ahmad ‚ibn al’Abbas ‚ibn Rashid ‚ibn hammad ‚ibn Fadlan, kurz: Ibn Fadlan.

Ibn Fadlan war 921 A.D. Sektretär in einer Gesandschaft des Abbassidenkalifen al-Muqtadir an den König der Wolgabulgaren. Der gelehrte Ibn Fadlan verfaßte ein Manuskript mit seinen Reiseerinnerungen, die Ar-Risala, in dem er (unter anderem!) seinen Besuch bei einem Volk Rūs (روس) oder Rūsiyyah erzählt.

Rus ist auch der Name der skandinavischen Reisenden/Händler/Einwanderer im (geographisch gesehen) heutigen westlichen Russland, der Ukraine und Weißrussland im Frühmittelalter. Der Name wurde schon bald auf die Gesamtbevölkerung übertragen: Die Russen.

Die Berichte arabischer Reisender zählen zu den ganz wenigen zeitgenössischen Texten, in denen über die Kultur der Wikinger berichtet wird. Dass die Rūs in der Ar-Risala wirklich „skandinavische Rus“ sind, wird oft salopp behauptet, war und ist aber durchaus einer näheren Betrachtung wert……

Ja und nun der Text selbst. Im Web gibt es die für das Thema Wikinger entscheidende Stelle der Ar-Risala frei verfügbar, heftigst kommentiert und auf englisch. Ich kann nur empfehlen, sich durch den Text (z.B. durch das Schiffsbegräbnis!) inklusive der Sprünge in die Anmerkungen durchzuwühlen. Ausnahmsweise mal eine Primärquelle!


Aus der Ar Risala von أحمد ابن العباس ابن رشيد ابن حماد ابن فضلاا


Ach, und dann gibt es noch den 13. Krieger, eine Verfilmung des Buchs Eaters of the Dead von Michael Chrichton, in dem Ibn Fadlan die Hauptfigur ist. Das Buch habe ich bisher nicht gelesen, der Film, obwohl gute Unterhaltung, hat mit der Ar-Risala nicht viel zu tun, und die Wikinger – naja ….

Neues Reenactment-Blog: Trebeta – Das Hlynsbakkaætt

Trebeta ist eine Frühmittelalter-Reenactmentgruppe aus dem Prümer Land (Eifel) und seit gestern gibt es das Trebeta-Blog!

Blogs zum Thema Frühmittelalter-Reenactment gibt es nur wenige, genau gesagt kenne ich deren drei: Trebetas, Lunulas und mein eigenes. Ich hoffe auch, wie Trebeta treffend sagt,“dass das Medium sich durchsetzen wird, denn die Zukunft macht noch nichtmal vor dem Mittelalter halt.“

Viel Spaß und auf spannende Beiträge!

(PS: Mistproxy!)