Was die Wikinger so spielten: Kubbspel

In Gross Pinnow habe ich ein spannendes und unterhaltsames Spiel für die Wiese kennengelernt, das man im Frühmittelalter in Skandinavien viel gespielt hat, das Kubbspel, das damals „Vedkubbar“ („Holz-“ bzw. „Hackklotz“) hieß.

Das Spielfeld symbolisiert eine Schlacht, in der sich zwei verfeindete Parteien gegenüber stehen und für ihren König kämpfen. Man versucht mit Holzstöcken die gegnerischen Soldaten bzw. Holzklötze umzuwerfen – hier die genauen Regeln und auch einige Photos. Ihr könnt es sogar im Web spielen. Besser Ihr baut Euch aber ein Spiel selbst, indem Ihr z.B. von Birkenästen Blöcke und Wurfstangen absägt.

Kubb ist vermutlich viel älter als die Wikingerzeit, da man Himweise auf zumindest ähnliche Spiele auch in der Antike bei Griechen und Ägyptern gefunden hat. Auf der Insel Gotland wurde die Kubb-Tradition bis in die Gegenwart gepflegt und seit 1995 gibt es eine Weltmeisterschaft in dieser Sportart, die auch auf Gotland ausgetragen wird.

Kubbspielende Wikinger machen übrigens bei den Besuchern auf Mittelaltermärkten echt Furore, und um es nicht zu vergessen: Arnulf, Lunula und ich haben beide Male gewonnen!

A Viking Toy Horse

Die Grenze des Mittelalters liegt wieder viele hundert Kilometer hinter mir. Am Vatertag lag sie in Gross Pinnow, Lunula hat ausgiebig von unserem ersten Lager als Wikinger berichtet. Viele Hochmittelalterliche und wenige Wikinger waren da, zum Glück gab es den unerwarteten Besuch von Svart an unserem Feuer.

Ich selbst hatte mir vorgenommen, die Tage zu einem ersten Versuch mit Holzschnitzen zu nutzten, natürlich um ein wikingisches Artefakt nachzubilden.

Also nahm ich mein mein Helle-Messer und ließ es auf ein Stück Lindenholz los ….. jammervoll, da ich zuvor damit zwei Wäscheleinen mit unerwartetem Stahldrahtkern durchschnitten hatte. Also erst mal Messerschleifen, was auch klappte, nachdem ein freundlicher Mitwikinger mir erklärte und vorführte, wie es funktioniert.

Frisch geschärft ging’s von Neuem ans Werk, ein Spielzeugpferd nachzubilden. Es sind bereits mehrere Spielzeugpferde aus der Wikingerzeit gefunden worden, wie Ihr bei Stephen Wyley abgebildet seht.

Hier mein Ergebnis:

Viking Toy Horse 1

 

 

 

 

 

 

Gar nicht so schlecht! Am Kopf will ich noch etwas arbeiten, ausserdem muss das Pferd noch geschliffen und geölt werden.

Und demnächst die Beantwortung der Frage: Wie schleift man ernsthaftes Schnitzwerkzeug?!

Eine neue Tunika für Borre

Mit Hilfe der total unauthentischen Nähmaschine gelang mir das Wunder:

Die Tunika ist fast fertig, nur der untere Rocksaum fehlt noch, latürnich von Hand zu nähen. In Grün habe ich mit Hilfe von Gimp das Schnittmuster angedeutet.

Katastrophen:

  1. Ein falschrum angenähter Arm (harmlos, aufgetrennt und richtig angenäht).
  2. Ein fertig genähter, aber falsch vermessener Halsausschnitt. Brutales Weiten mit der Schere und neu versäumt. Spuren leider sichtbar (grrmbl! gna! gnagnagna!).

Phantastisch:

  1. Sitzt, wackelt und hat Luft.
  2. Steht mir gut.

Meine Bewunderung gehört endgültig allen Schneiderinnnen und Schneidern vor Erfindung der Nähmaschine.

Selbst bin ich natürlich stolz wie Oskar, vor 4 Wochen hatte ich noch nie geschneidert, weder von Hand, noch mit der Maschine.

Wikinger im Grunew*ld

Als Lunula und ich nach Satzvey zu Pfingsten 2003 wieder zuhause waren, wollten wir mit der Mittelalterei weitermachen. War doch klar, die schöne Gewandung wollte auch ausgeführt werden!

Borre schaut in den Spiegel
und er hatte:
1. Wildlederhemd
2. Gürtel
3. winzigkleine Gürteltasche
4. Schwert
5. keine Hose an
6. keine Schuhe
7. keine anständige Gürteltasche

Die Gürteltasche ist unbedingt erforderlich, um wichtige Dinge vor dem Mittelalter zu verstecken, wie z.B. Handy (leise gestellt), Geldbeutel (Hacksilber, Führerschein, Kreditkarten, Perso), Schlüssel, Kippen, Tempos und den Palm (absolut essentiell!).

Borre verbessert seine Gewandung
Auf den nächsten Mittelaltermärkten war Lunula nicht dabei, dafür aber Railee. Ich stellte fest, dass es auf den großen kommerziellen Markt-„Spektakeln“ ausser „Räuberfleisch“ – armer Räuber – und Andenken-Nippes wenig zu holen gibt. In Braunfels erstand ich dann Moorleichenlatschen (so etwa) und eine lederne Gürteltasche. Die Hose schneiderte mit Ger.

Die Ausrüstung ist vollständig
und bestand also aus Wildlederhemd, Hose, Bundschuhen, Gürtel, Tasche und Schwert. Da Schwert passte zu einem Wikinger, wie die Recherche ergab; und mir fehlten Wappenrock, Kreuze und auch sonst alles, was man zu einem Kreuzritter braucht. Außerdem wurde Lunula bei der Vorstellung, mein Burgfräulein zu sein, ziemlich zickig. Sie hielt sich eher für eine Alamannin. OK, wir waren wohl im Frühmittelalter und ich erklärte mich zum Wikinger.

Wikinger im Grunew*ld
Im Sommer 2003 war ich viel in Berlin und suchte nach Wikinger-Märkten dort in der Gegend. Sah alles ziemlich mau aus, nur bei KelleStr*http://ngbow.de„>Kelle Strongbow fand ich einen kurzen Vermerk zu einem „Wikingerlager im Grunew*ld“. Einige Mails vergingen und Lununla und Borre fuhren eines Samstagmittags im Bus und voller Gewandung zum Grunew*ld. Unser erster Ausflug in Gewandung! Ein herrlicher Sommertag für uns, der in ein großes mittelalterliches Bankett (kein Plastik im sichtbaren Bereich!) mit Dudelsack und Reigentanz mündete.

Die anwesenden Wikinger fanden uns freilich nicht allzu ansprechenswert, naja und ganz im Vertrauen, sehr nach Wikingern oder Alamannen sahen Lunula und ich nicht wirklich aus….

Die absolut unauthentische Nähmaschine

Am Freitag im ICE von D. nach B. bin ich mit dem Säumen der Obertunika fertig geworden. Puh, das war knapp. Ich konnte Sie also am Samstag auf einem Nachmittagsausflug nach Belzig anziehen.

Confessio I: Wers noch nicht gemerkt hat: Lunula und ich sind Wikinger, Lunula mit deutlich slawischem Einschlag, sonst würde sie ja nicht so heissen 😉 Schaut doch mal bei Swalin rein, einer sehr guten Wikinger-Reenactment-Site. Zum Thema Wikinger an dieser Stelle demnächst natürlich viel mehr.

In 2 Wochen werden Lunula und ich auf unserem ersten „richtigen“ Markt – in Gross Pinnow (mit Übernachtung im Zelt und so) – sein. Und die Obertunika ist viel zu warm. Man sagt, dass man nach einem 5 tägigen Markt eh wie ein Wolf stinkt (schauder), aber mit nur einer Tunika, der leichteren Leinen-Untertunika nämlich, die Obertunika ist aus dicker Wolle (kratz, juck)….

Also brauche ich bis in 2 Wochen mindestens noch eine Tunika.

Confessio II: Meine beiden bisherigen Tuniken hat Ger t’Jong, die Gewandschneiderin von Kings-and-Queen, für mich angefertigt. Wie schon erzählt, habe ich die sichtbaren Nähte mit der Hand neu gesäumt und selber machen ist eh viel spannender…..

Bis in 2 Wochen kann ich weder eine Tunika anfertigen lassen noch eine komplett mit der Hand nähen. Also flugs eine Nähmaschine Pfaff Hobby 1032 organisiert. Viel brauch die Maschine ja gar nicht zu können: Zickzackstich zum versäubern der Kanten und Steppstich für die „nicht sichtbaren“ Nähte. Den Rest natürlich per Hand. Es näht auch schon ein bisschen, will sagen, ich übe erst mal „gerade“ Nähte und Kanten. Heute abend werde ich die Untertunika als Vorlage abzeichnen….

Fortestzung folgt.